Die Politik der Macht von Arundhati Roy, 2002, btbDie Politik der Macht.
Essays von Arundhati Roy (2002, btb).
Besprechung von Hannes Stein aus Die Welt vom 2.3.2002:

Eine ganz furiose Lady
Warum hasst die eloquente indische Romanschriftstellerin Arundhati Roy die Amerikaner so sehr?

Arundhati Roy ist eine indische Schriftstellerin, der vor ein paar Jahren mit "Der Gott der kleinen Dinge" ein internationaler Bestseller gelang. Es handelt sich um einen Roman mit einem sorgfältig ausgeklügelten Plot, der bis an den Rand mit guten sprachlichen Einfällen voll gestopft ist; man glaubt beim Lesen, die kleinen Zahnräder im Kopf der Autorin rotieren zu sehen. Die Unruhe im Zentrum von "Der Gott der kleinen Dinge" ist die Geschichte einer verbotenen Liebe. Ein muskulöser Junge, der zur Kaste der Unberührbaren gehört, schläft heimlich mit einer älteren "berührbaren" Frau. Von dieser Mitte aus wird das Personal des Romans übersichtlich in Gute und Böse geordnet. Auf der einen Seite stehen die Mächtigen, Hässlichen und Verlogenen; auf der anderen die Machtlosen, Hübschen und Wahrhaftigen. Dazwischen ist nichts. Ambivalente Figuren kommen nicht vor.

In Deutschland wurde Arundhati Roy nach den Terroranschlägen vom 11. September noch ein Stück berühmter als vorher, weil die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und der "Spiegel" zwei Aufsätze von ihr druckten, die beim Publikum viel Beifall fanden. Nun erscheinen die politischen Essays von Frau Roy gebündelt und preisgünstig als Taschenbuch. Lohnt es sich, sie zu lesen?....Fortsetzung

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