Meta Heusser-Schweizer (rechts) mit ihren Töchtern Johanna (links) und Meta (hinten), Foto: wikipedia.org/Regine Schindler: Johanna Spyri - Spurensuche, Pendo Verlag, Zürich 1997 (hf0513)

Meta Heusser-Schweizer (rechts) mit ihren Töchtern Johanna (links) und Meta (hinten)

Die Memorabilien der Meta Heusser-Schweizer
Sachbuch von Regina Schindler (2007, Johanna-Spyri-Archiv und NZZ-Verlag, von Regine Schindler)
Besprechung von als in Neue Züricher Zeitung vom 26.02.2009:

Alltag einer Arztgattin

Sie ist uns heute allenfalls noch als Mutter von Johanna Spyri ein Begriff; zu ihrer Zeit jedoch war die Pfarrerstochter und Arztgattin Meta Heusser-Schweizer, die ihr gesamtes Leben im Kreis einer grossen Familie auf dem Hirzel verbrachte, als Verfasserin von Kirchenliedern und religiös geprägten Gedichten bekannt. Durch die Begegnung mit dem Naturarzt und Mystiker Hans Jakob Schäfer fand die junge Frau früh schon zu einem Erweckungserlebnis, das die spätere, unaufhörliche Suche nach dem Göttlichen in der Natur und in Seelenfreundschaften prägen sollte. Nachdem in den letzten Jahrzehnten immer wieder verschiedene Schriften Heusser-Schweizers publiziert worden waren, darunter auch die das Familienleben in leicht stilisierten Erinnerungen dokumentierende «Hauschronik», hat sich die Theologin, Schriftstellerin und Kinderbuchautorin Regine Schindler nun an einen Text und an eine editorische Aufgabe der anspruchsvolleren Art gewagt: In der im NZZ-Buchverlag erscheinenden Reihe «Pfarrherren, Dichterinnen, Forscher» hat Schindler das «Memorabilienbüchlein» von Heusser-Schweizer wieder zugänglich gemacht, eine Mischung aus Kalender und Tagebuch, in dem das engagierte Familienoberhaupt über Jahrzehnte hinweg die wichtigsten Ereignisse um sie herum stichwortartig festgehalten hat. Diese knappen, chronologisch abgefassten Einträge, die sich hauptsächlich um Geburten, Krankheiten, Sterben und Tod drehen und einen dichten Einblick in ein Alltagsleben im 19. Jahrhundert gewähren, finden sich in Schindlers Edition integral transkribiert auf einer CD-ROM, während das eigentliche Buch mit dem Titel «Die Memorabilien der Meta Heusser-Schweizer (1797 bis 1876)» auf fast 400 Seiten mit vielfältigen Recherchen, Kommentaren und umfassenden Informationen zu sämtlichen erwähnten Personen eine eigentliche Aufschlüsselung der einsilbigen Notizen erlaubt. «Theo in's Sterbezimmer gebracht», heisst es etwa am 22.1.1822 bemerkenswert kurzatmig. Durch den bilderreich illustrierten Band erschliesst sich hinter diesem Eintrag eine tragische Familiengeschichte, nämlich das qualvolle Sterben von Metas jüngster Schwester Dorothea, das sich mit Metas erster Schwangerschaft schicksalhaft überkreuzt.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter nzzonline.jpg (1303 Byte)]

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