Die leere Grapefruit von István Vörös, 2006, Edition Korrespondenzen

Die leere Grapefruit.
Gedichte von István Vörös (200
4, Edition Korrespondenzen - Übertragung Zsuzsanna Gahse).
Besprechung von Paul Alfred Kleinert, Berlin-Kreuzberg, 03/2007:

Ein Buch der (Selbst-) Vergewisserung, der Hinterfragungen und der Frage nach Identität in der Welt - so kann man den Gedichtband des 1964 geborenen Ungarn apostrophieren.

Texte wie:
"Gott ist nicht tot, er ist noch nicht geboren. Die
Sterbenden legen ihm die Hand auf die Stirn.
                                        ...

(aus: Traumdeutung mit Farben)

oder

"Was könnte schon sein, was 
ich nicht wirklich verstehe? Es
gibt die Welt, und das beweist,
daß es mich gibt. Die Leere tut
                                                   gut ..."

(aus: Nachts die Zimmerwand)

oder

Wenn man kein Mann sein müßte,
wäre das sicher besser. Schon der 
Männergeruch widert mich an. Aber
eine Frau möchte ich erst recht nicht 
sein, und ich genieße die Männerrolle, 
nur will ich sie nicht ständig spielen.
                                               ...
(aus: Klagen eines Mannes)

stehen neben solchen der literarischen Inanspruchnahme "Mit Silvia im Bett" (ein Plath-Bezug, besser der auf eine jeweils erfahrene Lokalität) oder eigenwilligen Weltbetrachtungen "Die leere Grapefruit".
Kannte man Vörös im deutschen Sprachraum bisher nur aus der von Orsolya Kalász und G. Faulkner 1999 herausgegebenen Anthologie "Budapester Szenen", so gibt der von Zsuzsanna Gahse übersetzte und ausgewählte Band in der österreichischen Reihe, die ja durchaus für Qualität einsteht, eine Einblick in die Gedankenwelt des Dichters, Übersetzers und Universitätsdozenten Vörös aus Budapest, dessen Kenntnisnahme, ob durch entfremdende Aspekte der Wahrnehmung oder pittoreske Vornahmen, bereichert.

Zudem ist die in Berlin erfolgte Vorstellung des Buches in der Galerie des DAAD am 28.02.2007 (in der behut- und bedeutsamen Moderation Gregor Dotzauers) als gelungene Veranstaltung zu bezeichnen.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.rezensionenwelt.de]

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