Die Fotografin.
Roman von William Boyd,
(2016, Berlin Verlag).
Besprechung von heid in der WAZ vom 30.03.2016:

William Boyd macht sich ein Bild von einem Frauenleben
Der Roman "Die Fotografin" wirft Schlaglichter auf ein bewegtes Jahrhundert

An einem 1. April Ende der 90er Jahre luden Schriftsteller William Boyd und Musiker David Bowie die New Yorker Kunstwelt zur Vernissage: Posthum sollte das Werk Nat Tates geehrt werden. Der große Erinnerungstaumel - natürlich, Nat Tate, ich kannte ihn! - aber entpuppte sich alsbald als Schwindel, und auch Boyds reich bebilderte Künstlerbiografie war: pure Fiktion.

Wenn nur William Boyd die Tagebücher und Bilder der Fotografin Amory Clay (1908-1983) veröffentlicht, dürfen wir misstrauisch sein; tatsächlich aber nennt er sein monumentales Werk ja selbst einen Roman. Amory Clays wilde Zeit im Berlin der 1930er Jahre, ihre Liebschaft in New York und eine für sie beinahe tödliche Straßenschlacht in Paris sind frei erfunden. Und zeichnen doch ein wahres Bild wichtiger gesellschaftlicher Veränderungen im 20. Jahrhundert. Boyd schenkt uns eine Frauenfigur, die so störrisch, lebenslustig, unerschrocken daherkommt - dass wir zu gerne geglaubt hätten, es gäbe sie wirklich.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.waz.de]

Leseprobe I Buchbestellung I home 0316 LYRIKwelt - das LiteraturPortal im Internet! © Westdeutsche Allgemeine