Die Farben des Windes von Bernhard J.Scheve, 2000, Wiesenburg-VerlagDie Farben des Windes.
Gedichte von Bernhard J.Scheve (2000, Wiesenburg-Verlag).
Besprechung von Wilhelm Fink, Hamburg:

In seinen Gedichten stellt Bernhard Scheve unverwechselbar eine eigene Welt vor uns hin.
Er formuliert knapp, manchmal in ätzender Schärfe. Griffige Prägungen sind keine Zufallstreffer. Innen- und Außenwelt werden scharf umrissen. Kalten Licht und harter Schattenwurt voller Absicht. Bernhard Scheve setzt den Text unter Spannung. Er zurrt die Fäden fest, bis in Zug und Gegenzug die Dinge sich drängen. Sie pulsieren, haben Eigenleben. Das Beliebige, das Banale haben hier keinen Ort. Scheve sucht die Gegensätze auf. Zweige, Balken stellen sich uns in den Weg. Die Welt zeigt Widerborstigkeit.

Wir stehen an der Schwelle der Angst. Ob dem Leben zu trauen ist. Durch den Spalt aus der Höhle ins Freie schlüpfen. Es erstmals erblicken. Das Licht. Die Außenwelt-Helle. Es hören, das Unterwelt-Grollen. Das Aneinanderstoßen der Wolken. Drohende Himmelstöne. Heraklit sprach das Zündende aus. Der Blitz steuert alles. In dieser Lyrik gibt es nichts Beiläufiges. Die Welt zittert und zuckt. Sie blickt uns an wie fremd. Damit folgt Bernhard Scheve dem, was Wislawa Szymborska (Nobelpreis 1996) vom Lyriker fordert. Nämlich nicht beim Offensichtlichen stehenzubleiben, sondern es in Gedanken zu überschreiten und das Erstaunen in unvergeßlichen Worten auszudrücken.

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