Die Eurokokke.
Faksimileausgabe von Ivan
Goll (2000, Wallstein-Verlag).
Besprechung von czz in Neue
Zürcher Zeitung vom 15.6.2002:
Diagnose: «Eurokokke»
Fleischfarben wachsen Frauenbeine aus dem Asphalt, während der kleine Beamte atemlos in seine Schreibstube hetzt. Blinkend verheissen Reklametafeln das kurze Glück, wo Gott und mit ihm die Ewigkeit gestorben sind. Eros und Ekel, Isolation und Irrwitz steigen als dröge Dämpfe aus dem Dschungel der Grossstadt Paris empor und infizieren noch den zugeknöpftesten Kleinbürger durch ihre Miasmen. Müde Flaneure hängen nächtens in der «Bar de l'Ennui» herum, um sich defaitistisch dem Untergang des Abendlandes hinzugeben. «Lasset mich siechen und faulen, mich letzten träumerischen Europäer», legte der Autor Yvan Goll (1891 bis 1950) seinem Décadent in den Mund und bekränzt dessen modrige Seele mit etlichen Blüten aus den «Fleurs du Mal».....Fortsetzung
[...diese und weitere Besprechungen
finden Sie unter
]
Leseprobe I Buchbestellung 0702 LYRIKwelt © NZZ