Die Eroberer von Ray Bremser, 2006, EngstlerDie Eroberer.
Gedichte von Ray Bremser (2006,
Verlag Peter Engstler - Übertragung Pociao, mit einem Vorwort von Charles Plymell und einem Nachwort von Mikhail Horowitz)
Besprechung von ve in Neue Züricher Zeitung vom 25.02.2006:

Gedichte von Ray Bremser

ve. Ray Bremser (1934-1998) gehörte zu den Vätern der Jazz-Poetry und gilt, wie Charles Plymell sagt, als «einer der originellsten und authentischsten der Beats», auch wenn sein Profil, wie das von Herbert Huncke, Bob Kaufman oder Jack Micheline, eher im Hintergrund der Beat- Generation leuchtet. Doch trifft eine solche Zuordnung nur noch vage auf das lyrische Spätwerk Bremsers zu, wie es sich auch in dem Band «The Conquerors», erschienen 1998 bei der Row Press in Sudberry, Massachusetts, niedergeschlagen hat: weit gespannte poetische Prospekte, die mit ihrem interkulturellen, polymythologischen Kosmos an Pounds weit ausholende «Cantos» erinnern, zudem aber, wenn man so will, den lyrischen Roadtrack zu Ray Bremsers zweijährigem Aufenthalt in Mexiko Anfang der sechziger Jahre bilden. Damals war er mit seiner Frau Bonnie und der Tochter Rachel, nachdem er in New York gegen Kaution auf freien Fuss gesetzt worden war, ausser Landes geflohen und entdeckte mit aufgeschlossenen, wachen Sinnen die mexikanische Topographie. Der in mehreren Langgedichten aufgespannte lyrische Kosmos der «Eroberer», die jetzt in Pociaos lebendiger Übersetzung vorliegen, nährt sich von den Quellen der Geschichte Mexikos, der Maya und ihrer Eroberung durch die Conquistadores sowie von Bremsers ureigenen Themen und deren Ineinandergreifen mit anderen Erzählungen. Dass der deutschen Veröffentlichung ein Vorwort von Charles Plymell und ein Nachwort von Mikhail Horowitz beigegeben ist, trägt zur Einordnung und Entzifferung von Bremsers Poesie wesentlich bei.

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