Die Entdeckung des Lichts von Ralf Bönt, 2009, DuMontDie Entdeckung des Lichts.
Roman von Ralf Bönt (2009, DuMont).
Besprechung von hei in der WAZ vom 1.10.2009:

In der komplizierten Welt des Herrn Faraday

Die Kluft zwischen Geistes- und Naturwissenschaften ist eine viel beklagte, die Sehnsucht nach den Universalgelehrten des Bürgertums in Zeiten des allgemeinen Unbildungsgejammers groß. Auch aus diesem Grunde wurde Daniel Kehlmann für seinen Roman "Die Vermessung der Welt" so hochgelobt. Der Roman "Die Entdeckung des Lichts" von Ralf Bönt aber prallt an der Leserin ab, als säßen sie im Faradayschen Käfig. Dabei sind die Parallelen zwischen beiden Werken augenfällig schon beim Blick auf Titel und Cover, erst recht aber im Innern. So wie Kehlmann einst Gauß und Humboldt ein literarisches Denkmal setzte, versucht sich Bönt, studierter Physiker, an der Entdeckung des Physikers Michael Farady (1791-1867). Ein spannender Lebenslauf, durchaus: wie der stets neugierige Michael vom Laufburchen zum Forscher wird und schließlich an die Londoner Royal Instution gelangt, schildert Bönt detailgenau. Doch so poetisch er auch Elektrizität und Magnetismus beschreibt: Vieles bleibt dem naturwissenschaftlichen Laien fremd - stets ist da eine Spule, eine Windung zu viel. Immerhin einleuchtend ist der Geistesblitz, der Faraday beim Ausflug ans Meer ereilt - die Wellen! Lebendig aber sind paradoxerweise jene Szenen, die den Verlauf der letzlich tödlichen Quecksilbervergiftung Faradasy beschreiben.

Daniel Kehlmann machte diesmal kein Theater: sondern pries in einer Rezension den Roman des gefreundeten Bönt herzlichst.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.waz.de]

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