Die Enden der Parabel.
Roman von Thomas Pynchon (2004, Rowohlt TB).
Besprechung von Ursula Silvester für die Rezensionen-Welt, 01/2005:

Beim Lesen dieses Buches kann den Leser extreme Desorientierung befallen, er weiß nicht, wo er gerade steht, was das Geschriebene zu bedeuten hat, was hier vor sich geht. Meist klärt sich etwas später auf, was mit den verwirrenden Worten gemeint ist und der Durchblick stellt sich ein, z.B. dauert es eine Weile, bis klar wird, dass sich der Roman in England zum Zeitpunkt des 2. Weltkrieges abspielt. 
Sobald der Leser wieder Klarheit über den Stand der Dinge hat und das Geschehen in einem (halbwegs) normalen Ablauf zu erfassen ist, stellt sich auch eine gewisse Spannung ein, die jedoch im nächsten verwirrenden Kapitel wieder jäh unterbrochen wird.
Der Autor erzählt selbst die banalsten Gegebenheiten besonders ausschweifend, beschreibt die Örtlichkeiten teilweise bis ins kleinste Detail und lässt auch seine Figuren in Gedanken soweit vom Thema ab in ihre Erinnerungen ausschweifen, dass dem Leser auch hier oft nicht mehr klar ist, was nun tatsächlich passiert und was Erinnerung ist bzw. wo er sich denn nun wieder befindet.
Der Leser braucht für dieses Buch auf jeden Fall viel Geduld, wobei es für Liebhaber der leichten Literatur sicher nicht lesenwert ist, eher noch für Science Fiction Fans, die mit dieser Art von Sprachstil sicher vertrauter sind.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.rezensionenwelt.de]

Leseprobe I Buchbestellung 0105 LYRIKwelt © Ursula Silvester