Der Turm von Uwe Tellkamp, 2008, Suhrkamp1.) - 4.)

Der Turm.
Roman von
Uwe Tellkamp (2008, Suhrkamp).
Besprechung von Simone Dattenberger im Münchner Merkur, 15.10.2008:

Preiswürdiges Denkmal
Moralisch verfault

Uwe Tellkamp hat, wie gemeldet, für seinen DDR-Roman „Der Turm“ den Deutschen Buchpreis bekommen. Der gebürtige Dresdner beschreibt eine Gesellschaft im Untergang und setzt zugleich seiner Heimatstadt ein wunderbares Denkmal.

„Die seltsame Krankheit zeichnete die Gesichter; sie war ansteckend, kein Erwachsener, der sie nicht hatte, kein Kind, das unschuldig blieb. Verschluckte Wahrheiten, unausgesprochene Gedanken durchbitterten den Leib, wühlten ihn zu einem Bergwerk der Angst und des Hasses. Erstarrung und Aufweichung zugleich waren die Hauptsymptome der seltsamen Krankheit.“ Der Leser ist schon auf Seite 890, wenn er im Teil „Finale: Mahlstrom“ Menos Diagnose der DDR liest. Meno Rohde ist eine der Hauptfiguren in Uwe Tellkamps 973-Seiten-Roman „Der Turm. Geschichte aus einem versunkenen Land“, der im Winter 1982 auf ’83 beginnt und endet mit: „... aber dann auf einmal... schlugen die Uhren, schlugen den 9. November, ,Deutschland einig Vaterland‘, schlugen ans Brandenburger Tor:“

Die anderen beiden Zentral-Personen des Werks sind Richard Hoffmann und sein Sohn Christian, Menos Neffe. Der Bursche ist anfangs noch Schüler, aknegeplagt, ehrgeizig. Er will Abitur machen, Medizin studieren und ein berühmter Forscher werden. Am Ende ist er ein junger Soldat in der infernalischen Vernichtungsmaschinerie eines Unrechtssystems, das keinen Anstand duldet. Tellkamp (Jahrgang 1968), der selbst dem SED-Regime Widerstand entgegensetzte, führt den Leser gerade mit diesem Christian auf zutiefst beklemmende Weise in ein Schreckensgemälde. Er malt mit Worten wie Hieronymus Bosch mit Farben eine ausweglose, bizarre, vielgestaltige Horror-Welt aus seelischer und körperlicher Folter. Der Autor zeigt in sich steigernden Szenarien der Zerstörung von der stinkenden Elbe bis zur giftgetränkten Karbid-Fabrik: So wie die DDR-Herrschaft die Natur durch grauenerregende Umweltverschmutzung verseucht, so zersetzt sie die Menschen. Denn sie müssen von klein auf in für uns Kinder der Demokratie unvorstellbarem Ausmaß lügen, heucheln, sich verstellen, taktieren, misstrauen, belauschen, Verrat üben. Christian, der noch nicht ganz moralisch verfault ist, wird nur durch die Wende vor neuem Staats-Terror gerettet.

Uwe Tellkamp prügelt aber nicht von Anfang an mit dem Schrecken auf seine Leser ein. Ganz im Gegenteil. Er entführt in eine Dresdner Zauberwelt. Das einst großbürgerliche Viertel, der Turm genannt, ragt über die Stadt empor. Verwunschene Gründerzeit-Villen und schöne Gärten zieren es. Und vor allem seine Bewohner. Der Autor entwickelt liebevoll eine Personage von herrlichen, DDR-unangepassten Individualisten. Mit viel Humor beschreibt er den Alltag der „Türmer“. Die Mangelwirtschaft – wie viel davon hat man schon wieder vergessen – meistern sie mit pragmatischer Fantasie, vor der Unterdrückung flüchten sie in die Kunst und ins alte Dresden mit seiner Herrlichkeit zwischen Frauenkirche und Semperoper. In diesen Nischen überleben auch Vater Richard, der erfolgreiche Chirurg, der für Gemälde und Musik genauso schwärmt wie für Oldtimer, und Onkel Meno, Lektor, Zoologe und Dichter, den Tellkamp in Einschüben ab und an zu Wort kommen lässt.

Die Männer sind exzellente erzählerische Vehikel, um den medizinischen, wissenschaftlichen und literarischen Sektor der DDR darstellen zu können (ergänzt durch Schule, Recht, Militär, Industrie im Zusammenhang mit Christian). Eine überbordende Fülle – von Zensur über Klinik-Intrigen bis zum Forscher-Baron – breitet Tellkamp auch hier aus. Diese Masse genießt man meist mit Spannung, bisweilen amüsiert, dann schaurig fasziniert wie von einem Dschungel. Dennoch hätte eine kräftige Durchlüftung und Kürzung geholfen, der Aussage des Romans mehr Wucht zu verleihen.

Zumal „Der Turm“ ja eine hervorragende Geschichtslektion ist, die sich nicht nur vom Tod Breschnews bis zum „Wir sind das Volk“-Aufstand zieht (inklusive Schlenkern auf Nazi-Zeit, Stalinismus, Reagan, Strauß, Raketenschild oder Tschernobyl), sondern auch ins Innere von „Ostrom“ führt. Da Meno durch seine Herkunft zum Kommunisten-Adel zählt, bekommt er Zugang zu dieser abgeschotteten Polit-Zone Dresdens. Hier potenziert der Autor den Irrsinn des Arbeiter- und Bauernstaats, der das Volk krampfhaft auf Distanz hält, zu einem grotesken, grausig komischen Schloss-Albtraum Kafka’schen Ausmaßes. Kunst, Freiheitsdrang und das Dresdner Lebensgefühl rütteln endlich die Menschen aus ihm wach: Uwe Tellkamp schildert das opulent, hochgescheit und bisweilen fantasmagorisch versponnen.

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Der Turm von Uwe Tellkamp, 2008, Suhrkamp2.)

Der Turm.
Roman von
Uwe Tellkamp (2008, Suhrkamp).
Besprechung von Jobst-Ulrich Brand aus dem FOCUS, 14.11.2008:

Uwe Tellkamp: Ein Preisträger in Feierlaune
So deutlich hat selten einer die Konkurrenz ausgestochen: Uwe Tellkamp bekommt für seinen großen DDR-Roman „Der Turm“ den Deutschen Buchpreis.

Das beste Buch des Jahres hat Uwe Tellkamp geschrieben

Er war der Favorit, aber eine Rede vorbereitet hat Uwe Tellkamp nicht, als er zum Auftakt der Buchmesse in Frankfurt den Deutschen Buchpreis für den besten Roman des Jahres 2008 verliehen bekommt. Tellkamp dankt seiner Frau, seinem Verlag und als ihm partout nichts mehr einfallen will, was er noch sagen kann, hat er eine sympathische Lösung parat und bittet seine Mitfinalisten mit auf die Bühne im Frankfurter Römer: „Es ist mir peinlich, hier oben allein zu stehen“, erklärte er.

Es gehört zum guten Ton inzwischen bei der Verleihung, dass der frisch gekürte Buchpreisträger deutlich macht, wie sehr er es auch seinem Glück zu verdanken hat, am Ende im Mittelpunkt zu stehen. Dass die fünf anderen auf der Shortlist die Auszeichnung genauso verdient hätten wie er selbst. Das mag richtig und vor allem höflich sein – im Fall von Uwe Tellkamp aber ist sich das versammelte Literaturvolk im Saal einig wie selten: Noch in keiner der jetzt vier Wettbewerbe hat ein Autor so deutlich seine Mitbewerber ausgestochen wie in diesem Jahr.

1000 Seiten über das Ende der DDR

Der gebürtige Dresdner entwirft in seinem backsteindicken Roman ein Panorama der untergehenden DDR. Er erzählt die Geschichte einer Familie, die einer Gesellschaftsschicht angehört, die im Arbeiter- und Bauernstaat eigentlich gar nicht vorgesehen war: dem Bildungsbürgertum. Man lebt in zauberpalastartigen Villen mit umfangreichen Bibliotheken, gibt sich der Hausmusik hin, parliert über Kunst und Kultur. Und, ja, auch über Politik. Es ist das Jahr 1982, in der Sowjetunion ist Juri Andropow an die Macht gekommen und in der Bundesrepublik Helmut Kohl. Die DDR bröckelt, die Kader versuchen, ihre Macht zu zementieren. Tellkamps Romanhelden sind gezwungen, Stellung zu beziehen. Sich zu entscheiden zwischen Ducken und Aufmucken, Anpassen und Auflehnen.

Und das soll interessieren, mag man da skeptisch fragen, fast 1000 Seiten über das Ende der DDR, 19 Jahre nach der Wende publiziert? Doch dann liest man sich hinein in diese – so der Untertitel – „Geschichte aus einem versunkenen Land“, und lässt sich gefangen nehmen von dieser eigenartigen Stimmung der ersten Kapitel und den so sorgsam gestalteten Figuren. Und lässt sich von ihnen tragen durchs ganze dicke Buch. Es ist ein ambitionierter, unbescheidener, riskanter Roman, weil es für solche Bücher in Zeiten der Schnellschüsse und Pageturner eigentlich gar kein Publikum mehr gibt. Umso schöner, dass „Der Turm“, ohnehin schon gut platziert in der Bestsellerliste, durch den Buchpreis zum großen Publikumserfolg werden wird.

Dresdner Farben in Frankfurt

Tellkamp weiß, wovon er erzählt. Er entstammt selbst einer Dresdner Mediziner- und Musikerfamilie. Er ist so aufgewachsen, wie er es im Buch beschreibt. Während der Wende war er Panzerkommandant der NVA, widersetzte sich einem Befehl und landete kurzzeitig im Gefängnis. „Das Buch ist zu 34,57 Prozent autobiografisch“, scherzt er nach der Verleihung. In Dresden haben sich viele wiedererkannt in diesem Roman, und nicht alle haben ihre Porträts freundlich aufgenommen. Dabei schreibt Tellkamp in einer Vorbemerkung: „Die Personen, wie sie geschildert werden, leben in der Vorstellung und haben mit tatsächlich existierenden Menschen so viel gemein wie der Bildhauerton mit einer Skulptur.“

Mit seiner Familie lebt Tellkamp inzwischen in Freiburg. Dass ihn noch viel verbindet mit Dresden, macht er aber bei der Verleihung deutlich: Er trägt schwarze Kluft mit gelber Krawatte – die Dresdner Farben. Und er setzt für die obligatorische Fotosession ein eigentümliches Barett auf. Auch das eine Hommage an seine Heimatregion. „Es ist eine Dresdner Winzer-Mütze. Sie stammt vom Elbhang, genau wie ich“, sagt er, hebt sein Weinglas und prostet dem Saal zu – ein Preisträger in Feierlaune.

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Der Turm von Uwe Tellkamp, 2008, Suhrkamp3.)

Der Turm.
Roman von
Uwe Tellkamp (2008, Suhrkamp).
Besprechung von
Dorothea Dieckmann aus der Neue Zürcher Zeitung, 19.02.2009:

Sorgfältig abgeschrieben
Geheime Zettel in Uwe Tellkamps Roman «Der Turm»

«Dresden – in den Musennestern wohnt die süsse Krankheit Gestern», lautet ein Leitmotiv des Romans «Der Turm» von Uwe Tellkamp, dessen Detailgenauigkeit bald als Enzyklopädie der DDR gelobt, bald als erstickende Ausstattungsarbeit bemängelt wird. Neben der nostalgischen hat Dresden auch eine provinzielle Seite: Jeder kennt jeden, zumal unter Schriftstellern. Zu ihnen gehört Jens Wonneberger, der viele Bücher über seine Wahlheimatstadt veröffentlicht hat und in seinen Romanen aus einer fast puristisch einfachen Sprache ein Höchstmass an sinnlicher und gedanklicher Konzentration destilliert.

Seltsame Parallelen

In seinem 2003 erschienenen Band «Die letzten Mohikaner» lernt man das mittlerweile aufgelöste, schon zu DDR-Zeiten private Antiquariat Paul Dienemann Nachfolger kennen. Sofern es nicht Montag ist, denn «privat heisst, dass am Montag geschlossen ist», passiert man einen Gitterrost und eine Kokosmatte mit den Schildern «Bitte die Füsse sorgfältig abstreichen» und trifft drinnen die ältliche Tochter des Nachfolgers.

Fräulein Leukroth vertritt die Devise: «Seit Hermann Hesse gibt es keine Literatur mehr», trägt Kleider aus dem Stoff des Vorhangs und leidet an Hautausschlag, den sie auf kosmische Strahlung zurückführt und mit Tinkturen aus der Apotheke kuriert: «Wenn auf dem Bahndamm ein Zug vorüberfährt, vibrieren im Glasschrank leise die Fläschchen.» Ihr Vater «kommt jeden Morgen Punkt neun mit dem Taxi», zündet sich mit «zitternden Händen eine Zigarre an», denn er «leidet an der Parkinsonschen Krankheit», und weist hinter einer Tür mit der Aufschrift «Betreten verboten» die Bücherverkäufer ab, bis er ihnen endlich doch die Übernahme anbietet: «Damit Sie die Bücher nicht wieder mitschleppen müssen!»

Literaten besuchen oft Antiquariate. Auch Uwe Tellkamp bzw. seine Figur Meno Rohde, seltsamerweise montags: «Dienemann Nachf. war privat, und privat hatte montags geschlossen.» Auch er passiert Gitterrost- und Kokos-Abstreicher mit den bekannten Schildern, doch ihm begegnet drinnen zuerst der «zigarrequalmende» Herr Leukroth. Dieser «pflegt jeden Morgen mit dem Taxi ins Geschäft zu kommen. [. . .] Hinter der Tür mit dem Schild Betreten verboten» weist er einen Bücherverkäufer ab, besinnt sich aber dann: «Wollen Sie das denn wirklich wieder nach Hause schleppen?», und greift «mit zitternden Fingern (er litt an der Parkinsonschen Krankheit) in ein Glas mit Fünfmarkstücken: Taxikasse». Erst jetzt wird Meno Rohde der Tochter ansichtig – im Dämmerlicht hinter dem «Kattunvorhang [. . .] (Fräulein Leukroth trug ein Kleid aus gleichem Stoff)». Er beobachtet, wie sie sich «zu Apothekenmischungen gegen Hautleiden, über Strahlenkrankheiten aus dem Weltraum» beraten lässt, er registriert ihr Credo: «Nach Hermann Hesse! gibt es keine! Literatur mehr!», beweist aber auch Sinn für Unscheinbares: «[. . .] wenn ein Zug vorüberfuhr, übernahmen die Apothekenfläschchen das Erzittern.»

Die auffällige Anschmiegsamkeit dieser (und anderer) Formulierungen an jene des früheren Wonneberger-Porträts mag man damit erklären, dass sich die Beobachtungen eigenwilliger Schriftsteller an eigenwilligem Ort halt ähneln. Endgültig an Tellkamps Urheberschaft zweifeln lässt jedoch die merkwürdige Tatsache, dass eine Antiquariatsangestellte seinem Protagonisten Meno Rohde «einen Zettel Fräulein Leukroths zuspielte». Darauf ersucht das Fräulein, die Porzellanblume mit reichlich, aber dennoch sparsam bemessenem, abgestandenem Wasser zu giessen. Exakt diese krude Direktive verfasst Fräulein Leukroth bei Wonneberger. Auf einen zweiten Zettel notiert sie die Anweisung, «dass auch mit Packpapier sparsamer umgegangen werden muss. Jeden Morgen hat sie deshalb die Zeitungen vom Vortag in ihrem Beutel.» Tellkamp zitiert auch diesen: «Es wäre begrüssenswert, wenn in unserem Hause mit dem Packpapiere sparsamer umgegangen werden würde, Zeitungen vom Vortage erfüllen den Zweck des Einschlagens von Büchern ebenso gut, weswegen ich, wie Sie wissen, stets einen Vorrat mit mir bringe. Die Dativ-<e> waren sorgfältig unterstrichen.»

Die Vermehrung der Zettel

Jetzt mag man zwar ermessen, warum Tellkamps Bücher dicker sind als die von Wonneberger. Woher aber hat Tellkamp die Zettel? Eine Recherche in Dresden ergibt, woher Wonneberger sie hatte: In seinen Studienjahren arbeitete er morgens als Reinigungskraft bei Paul Dienemann, wo er die an ihn gerichteten Notizen vor Ladenöffnung vorfand, bis heute (sorgfältig!) zu Hause aufbewahrte und zu Literatur machte. In Dresden ging die Zeit, in der gewisse Angestellte anderen heimlich Dokumente zuspielten, vor zwanzig Jahren zu Ende. Doch nach wie vor findet ein Literat im Antiquariat die Literatur seiner Kollegen – inzwischen sogar montags.

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Der Turm von Uwe Tellkamp, 2008, Suhrkamp4.)

Der Turm.
Roman von
Uwe Tellkamp (2008, Suhrkamp).
Besprechung von Britta Heidemann in der WAZ vom 7.11.2009:

Grenzerinnerungen und Wendeliteratur
Der klassische Wenderoman ist ein nie geschriebenes, aber heftig herbeigewünschtes Jahrhundertwerk. Wie Literatur die Mauer umschreibt zeigen werke unter anderem von Clemens Meyer und Uwe Tellkamp.

An der Tatsache, dass der große und sehnsüchtig herbeigewünschte Wenderoman nie geschrieben wurde, ändern die wunderbaren kleinen Würfe vergangener Jahre, etwa Thomas Brussigs „Wie es leuchtet” (2004) oder Clemens Meyers „Als wir träumten” (2006) ebenso wenig wie Uwe Tellkamps verzweigter Mammutbaum „Der Turm” (2008) – oder der aktuelle Roman „Freispiel”, den FAZ-Redakteur Andreas Platthaus über die Silvesternacht 1989 verfasste. Westdeutsche Studenten feiern in Berlin, treffen Norbert und Marlene aus Pankow – und erfahren zu spät, dass Norbert Funktionär ist: „Die Fronten sind aufgebrochen, und wir sind in einer Bonzenwohnung.” Die Konstellation hat Platthaus gut gewählt, seine Erzählstimme leider nicht: Eine liebesverwirrte Mittzwanzigerin ist nicht dazu angetan, Geschichte zu hauchen.

Dem vielleicht notwendigen Scheitern des Einzelnen hält Autorin Julia Franck einen Chor der Vielen entgegen: als Herausgeberin einer Anthologie, in denen Autoren aus Ost und West sich an Grenzerfahrungen erinnern. Wiederkehrende Motive: Teelichter in westdeutschen Fenstern, gen Osten gerichtet, Bahnhof und Grenzübergang Friedrichstraße. Und die Erkenntnis: „Hier regnet es ja genauso” – wie im Osten. Oder Westen.

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