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Der Spott der kleinen Dinge von Lars von der Gönna, 2014, Henselowsky BoschmannDer Spott der kleinen Dinge.
Glossen von Lars von der Gönna (
2014, Verlag Henselowsky Boschmann, mit Illustrationen von Heiko Sakurai).
Besprechung von Jens Dirksen aus NRZ vom 30.8.2014:

Wie die Dinge über uns spotten...
...und wir jede Beschreibung: Ein Buch mit Glossen von Lars von der Gönna

"Neulich haben Leute das Gottesteilchen entdeckt. Es hieß, es habe Jahre gedauert, außerdem soll es recht schwierig gewesen sein, denn es halte die Materie zusammen. Ich verspürte Verständnis, man kennt das ja von Tesafilm. Erst findet man die Rolle nicht. Hat man sie, sucht man den Anfang. Warum soll das bei Gott anders sein?"

So erklärt sich "LvG", Lars Lars von der Gönna, Gott und die Welt, und nun hat der Kulturredakteur, der auch den Lesern dieser Zeitung vertraut ist, seine schönsten Glossen in dem Sammelalbum "Der Spott der kleinen Dinge" zusammengestellt.

Die Tücke des Objekts ist allseits bekannt. Aber wie die Dinge auch noch über uns spotten, das entdeckt keiner so gut wie Lars von der Gönna. Sein Forschungsfeld ist der tägliche Tag, der Mensch von nebenan. Seine weisekomischen Lebensmitschriften aus der Bäckerei, dem Bus oder dem Nüsschenladen wirken, als hätte er uns über die Schulter geschaut. Lars von der Gönna bringt Büro-Affären, Weihnachtsgutscheine und Schuhmode zusammen, und zwar so, dass wir sofort erkennen, wie verrückt die Welt ist. Er ist ein Enthüllungsjournalist, am Ende seiner Glossen steht die nackte Wahrheit. Und wir Zeitgenossen haben auch nicht mehr viel an. Außerdem enthält der Band einen äußerst gelungenen Bonustrack, die "Ehegespräche": ein Dutzend Dialoge, die das von-der-Gönna-Prinzip, die Wahrheit aus dem Witz hervorlugen zu lassen, auf die Spitze treiben.

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Der Spott der kleinen Dinge von Lars von der Gönna, 2014, Henselowsky BoschmannDer Spott der kleinen Dinge.
Glossen von Lars von der Gönna (
2014, Verlag Henselowsky Boschmann, mit Illustrationen von Heiko Sakurai).
Besprechung von Elisabeth Höving aus der WAZ vom 18.09.2014:

Zwei Meister der spitzen Feder stellen Buch vor
Meister der spitzen Feder sind sie beide, Karikaturist Heiko Sakurai und Autor Lars von der Gönna. Ihr gemeinsames Buch stellten sie nun in Gelsenkirchen vor.

Sakurai spürt mit dem Zeichenstift punktgenau den lokalen und weltpolitischen Themen nach; WAZ-Kulturredakteur Lars von der Gönna nimmt in wohlgesetzten Worten die Mitmenschen und ihre Macken liebevoll spottend unter die Lupe. Dass Zeichner und Autor mit ihrer unglaublich treffsicheren Kunst eine große Fangemeinde besitzen, das bewies die Premierenvorstellung ihres gemeinsamen Buches „Der Spott der kleinen Dinge“ am Mittwochabend in der Buchhandlung Junius.

Klein-Komödien aus dem Alltag

Freie Plätze? Fehlanzeige! Der Anfangserfolg des Buches spottet förmlich jeder Beschreibung. Dichtgedrängt saßen die Menschen zwischen den Buchregalen, als WAZ-Kulturchef Jens Dirksen eine kurze Einführung in Werk und Vita der beiden Macher gab.

Dabei wäre dieser Band voller überaus humorvoller, witziger, philosophischer Glossen aus dem Leben der Menschen von nebenan fast gar nicht zustande gekommen. Autor von der Gönna gesteht: Der Illustrator gab den Ausschlag. Auf mehrere Handynachrichten mit dem Wort „Buch?“ folgte irgendwann Sakurais klare Ansage „Buch!“. Geschrieben, gemacht.
Entstanden ist eine Sammlung von Glossen, in denen sich Lars von der Gönna dem ganz normalen Wahnsinn des Alltäglichen widmet. Die Texte beginnen allesamt im Plauderton mit dem Wort „Neulich“. Vielen Lesern sind die Glossen vertraut aus der WAZ-Wochenendbeilage, so dass mancher Zuhörer während der Lesung dem Sitznachbarn die Pointe schon verschwörerisch ins Ohr flüsterte.

Schon früh eine Affinität zu Gelsenkirchen

Der in Herten geborene, heute in Mülheim lebende Autor hatte schon früh eine Affinität zu Gelsenkirchen, besuchte hier drei Jahre lang die Penne und immer wieder den Zoo und betrachtet seitdem auch die Welt wie ein großes Tiergehege. Stellt die Frau vor, die mit ihrem Hund spricht, das Mottenpapier im Drogeriemarkt, das Bärenticket. Aber er erzählt auch von der Insolvenz des Nüsschenladens und von der Frau an der Bushaltestelle, die immer wieder Stoff für Klein-Komödien liefert.

Und über die Ehegespräche mit „Liebelein“ muss nicht nur das Publikum herzhaft lachen, sondern auch die anwesende Gattin. Die Tücken des Alltags hält der aus Recklinghausen stammende Illustrator Heiko Sakurai gekonnt fest. Kein Wunder, dass die erste Auflage bereits so gut wie vergriffen und die zweite in der Mache ist. „Lektüre zum Schmunzeln, Denken, Schenken“ verspricht das Cover. Keine leere Versprechung.

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Der Spott der kleinen Dinge von Lars von der Gönna, 2014, Henselowsky BoschmannDer Spott der kleinen Dinge.
Glossen von Lars von der Gönna (
2014, Verlag Henselowsky Boschmann, mit Illustrationen von Heiko Sakurai).
Besprechung von Martina Schürmann aus der WAZ vom 25.09.2014:

Lars von der Gönnas Gedanken-Grätschen in Essen
Wie man Goethe und kaputte Fußleisten mit Hintersinn und Humor verquicken kann: WAZ-Kulturredakteur Lars von der Gönna las aus seinem neuen Buch „Der Spott der kleinen Dinge“. Die Essener Altstadt-Buchhandlung war komplett ausverkauft, weitere Lesungen folgen.

Neulich haben wir in der Altstadt-Buchhandlung zusammengesessen und wieder mal gestaunt, wie viel Lachen und Lebensweisheit in einer kleinen Geschichte über den Hamsterkauf von H-Milch oder das Verschwinden des vertrauten Nüsschenladens stecken können.

So beginnt es ja meist in den Glossen von WAZ-Kulturredakteur Lars von der Gönna, die er jetzt in seinem Buch „Der Spott der kleinen Dinge. Neulich und andere Glossen“ veröffentlicht hat, zusammen mit Illustrationen von WAZ-Karikaturist Heiko Sakurai. Eine Beobachtung, ein Moment der Irritation, und schon entspinnt sich daraus ein Kondensat von Alltagsbeobachtungen, lebensecht und herzenswarm. Das Große und das Kleine liegen bei von der Gönna immer nah beieinander – Gorilla und Bärenticket, Goethe und kaputte Fußleisten. Und wie man beim Kauf von Mottenpapier zu philosophischen Überlegungen von Sein und Schein kommen kann, auch das ist bei ihm die große Kunst der kleinen Form.Altstadt-Buchhandlung restlos ausverkauft

Lesern der WAZ sind diese „Neulich“- Glossen und die „Ehegespräche“ wohl vertraut und so beliebt, dass die Altstadt-Buchhandlung am Dienstagabend restlos ausverkauft war. Ob das denn alles ausgedacht sei, wollen die Leute natürlich wissen. Wie zum Gegenbeweis hat der in Herten geborene, in Mülheim lebende und in Essen arbeitende Autor an diesem Abend eine kleine bunte Sparschwein-Auswahl mitgebracht, Mitbringsel seiner Schwiegermutter. Wie man von dem grünen Huhn mit roten Prilblumen schließlich zu entblößten Männerpopos auf deutschen Bühnen kommt, sei an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt.

Es ist eine dieser Gedanken-Grätschen, wie sie Lars von der Gönna so unnachahmlich beherrscht. Und dabei nicht nur den Blick für die vermeintlich kleinen Dinge des Alltags hat, sondern diese Miniaturen des allzu Menschlichen auch noch auf höchst unterhaltsame Weise spricht und spielt. Zugaben waren natürlich gefordert, wie das Gedicht vom lieben Gott und der Fußballschwalbe. Das begeisterte Publikum wäre problemlos in eine weitere Verlängerung gegangen.

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Der Spott der kleinen Dinge von Lars von der Gönna, 2014, Henselowsky BoschmannDer Spott der kleinen Dinge.
Glossen von Lars von der Gönna (
2014, Verlag Henselowsky Boschmann, mit Illustrationen von Heiko Sakurai).
Besprechung von Andrea Müller aus der WAZ vom 3.10.2014

Die Absurditäten des Alltags
WAZ-Autor Lars von der Gönna betrachtet sie mit viel Humor. In Broich las er aus seinem Buch „Der Spott der kleinen Dinge“ und brachte die Zuschauer mit seinen scharfzüngigen Schilderungen und seinen schauspielerischen Einlagen zum Schmunzeln.


„Humor ist, wenn man trotzdem lacht“. Dieser Spruch des deutschen Schriftstellers Otto Julius Bierbaum (1865-1910) passt wie angegossen auf WAZ-Kulturredakteur Lars von der Gönna, der jetzt in der Buchhandlung „Bücherträume“ in Broich sein neues Buch, einen Glossen-Band, vorstellte. Denn über das, was seine amüsanten kleinen Texte da schildern, könnte man glatt heulen, so schonungslos werden hier die Absurditäten des Alltags und die Unzulänglichkeiten der Menschen entlarvt. Besser aber ist, man lacht darüber. Die spitzfindigen und dennoch warmherzigen Formulierungen des Autors machen es einem leicht.

Lars von der Gönna, geboren 1967 in Herten, hat in Mülheim ein Heimspiel: Er lebt seit vielen Jahren hier. Einen lustigen Einstieg mit Spitzen auf die Stadt am Fluss erspart er sich und den Zuhörern (Gott sei Dank!), berichtet dafür von einem Albtraum, der ihn in der Nacht zuvor plagte (er hatte bei seinem Auftritt in Mülheim die Mappe mit den Manuskripten und zudem seine Schuhe vergessen). Alles Quatsch! Denn der Mann hat alles dabei, was eine Lesung vergnüglich macht: eine bunte Auswahl seiner humorvollen „Kleinwerke“, die in den letzten Jahren unter anderem in der Rubrik „Neulich“ in der WAZ erschienen sind, ebenso wie ein großes, bislang wohl weitgehend unbekanntes Talent zum Rezitator.

Szenen einer Ehe

Ein scharfer Beobachter seiner Umwelt ist der WAZ-Mann, der in seinen Miniaturen oft persönliche Erlebnisse verarbeitet, überspitzt und ins Groteske zieht. So skizziert er das Einkaufsverhalten seiner Zeitgenossen (Frau versucht Mann eine zahnsteinfarbene Jacke aufzuschwatzen) oder berichtet darüber, wie die lieben Mitbürger mit ihren Haustieren kommunizieren („Mutti muss jetzt noch zu Rewe“). Doch auch sich selbst nimmt von der Gönna aufs Korn, verrät, wie er süchtig nach Soap Operas wurde oder beschreibt mit kurzen, knackigen Dialogen wahnwitzige Szenen (s)einer Ehe. Dabei schauspielert er mehr als er liest und zeigt – nur am Tisch sitzend – eine verblüffende Bühnenpräsenz.

Dem Publikum im voll besetzten Zuschauerraum gefällt’s, man schmunzelt oft, lacht aber manchmal auch laut auf. Zum guten Schluss gibt es auch noch ein poetisches Dessert: zwei Gedichtchen über die Welt des Fußballs – über den Torwart und die Spielerfrau.

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