Der silberne Schwan.
Roman von John Banville/Benjamin Black (2009, Kiepenheuer & Witsch - Übertragung Christa Schuenke).
Besprechung von sy in der Frankfurter Rundschau, 2.6.2009:

Von der Anziehungskraft sanfter Männer

2005 erhielt John Banville den Booker-Preis für seinen Roman "Die See", 2006 legte er unter dem sogleich gelüfteten Pseudonym Benjamin Black seinen ersten Krimi vor, jetzt folgt "Der silberne Schwan".

Wieder kommt der Pathologe Quirke einem Verbrechen auf die Spur - aber nur so halb. Und eigentlich interessiert es Banville/Black nicht, ob er irgendwelche Genreregeln befolgt. Und er glaubt auch offenbar nicht, dass er für einen Krimi nur die Hälfte seiner schreiberischen Meisterschaft braucht.

Sein Dublin der 50er kann man schmecken, riechen (Zigaretten allüberall!), hören, fühlen. Die Charaktere runden sich unter seiner Hand geschwind, wie sie da im Pub sitzen oder am Couchtisch. Sie haben Ticks, Ängste, Sehnsüchte - letzteres vor allem, und das wird einige von ihnen in Schwierigkeiten bringen.

Eine markante Figur ist ein schöner Gauner, eine andere ein indischer Geistheiler, die irischen Frauen sind becirct von seiner fremdartigen Sanftheit. Von den Verlockungen und Verheerungen der sexuellen Lust erzählt Banville. Und ein bisschen von Mord. sy

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