Der Marsch von E. L. Doctorow, 2007, KiWiDer Marsch.
Roman von E. L. Doctorow (2007, Piper).
Besprechung aus der NRZ vom 31.08.2007:

Einer der ersten "modernen" Kriege

Der amerikanische Bürgerkrieg liefert auch nach fast 150 Jahren immer noch Stoff für anspruchsvolle Romane. In der Reihe von William Faulkner und Stephen Crane bis Margaret Mitchell gesellt sich nun auch der US-Schriftsteller E.L. Doctorow (76) zu jenen, die aus den Ereignissen der Jahre 1861 bis 1865 Literatur werden lassen.

Den äußeren Rahmen des Romans "Der Marsch" bildet der Feldzug des Nordstaaten-Generals Sherman in den Jahren 1864/65. Mit 60 000 Soldaten verwüstete er drei Staaten und nahm so der Armee des Südens die materielle Grundlage. Der Marsch war das erste Beispiel eines "modernen" Krieges, in dem nicht nur die gegnerische Armee, sondern die gesamte Bevölkerung zum Feind wurde.

Ähnlich wie in seinem Bestseller "Ragtime" mischt Doctorow wiederum mehrere unterschiedliche Geschichten, in denen eine bunte Galerie aus historischen und frei erfundenen Figuren auftaucht. Der Feldzug ist das einzige Bindeglied zwischen den Erlebnissen eines befreiten Sklavenmädchens, den persönlichen Beutezügen hoher Offiziere wie einfacher Soldaten, der Zerstörung der bürgerlichen Welt des Südens und anderer, teils tragischer, teils skurriler Episoden. Das komplexe Gewebe, das dabei herauskommt, ist Doctorow meisterhaft gelungen. (NRZ)

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.nrz.de]

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