Der Kampf geht weiter!
Nicht weggeschmissene Briefe von Harry Rowohlt (2005, Kein & Aber Verlag).
Besprechung von Nevfel A. Cumart aus den Nürnberger Nachrichten vom 10.08.2005:

Briefschreiber Harry teilt aus
Aus Rowohlts großem Archiv

Er ist in der deutschen Literaturlandschaft ein Unikum und ein Multitalent zugleich: Harry Rowohlt. Der Mann, der „zufällig einen berühmten Nachnamen“ hat, mit dem man ihn plagt. Er ist einer der besten Übersetzer hierzulande, ein akribischer Handwerker, ein Meister des Wortes und der Nuancen. Als Vortragskünstler hat Rowohlt darüber hinaus eine große Anhängerschaft. Er begann als Vorleser (für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk!), als es das Wort „Hörbuch“ noch gar nicht gab und erhielt für seine Hörbuch-CD „Pu der Bär“ sogar eine Platin-Platte. Und er ist einer der besten Briefschreiber.

Das beweist die Sammlung „Der Kampf geht weiter!“. Zu Rowohlts 60. Geburtstag hat die Journalistin Anna Mikula rund 250 Briefe aus dessen riesigem Archiv ausgesucht. Und was „Harry-der-Hunne“ in diesen Briefen aus den letzten vierzig Jahren bietet, ist schlagfertig, amüsant und sprachlich vom Feinsten. Dabei ist es ihm egal, wer der Adressat ist. Prominente wie Henning Voscherau oder Frank McCourt bekommen genauso ihr Fett weg wie anonyme Lindenstraße-Fans, Leser seiner Kolumne „Pooh‘s Corner“ oder eine Buchhändlerin in Bocholt: Harry schert sich nicht um Konventionen.

Selten geht es unter die Gürtellinie wie in der Absage an McKinsey & Company oder im Leserbrief an Fritz J. Raddatz („Raddatz, dass Sie ein dummes, unberatenes, abgebrochenes Ostzonen-Arschloch sind. . .“), vielmehr garniert Harry seine hintergründig ernsten Gedanken mit vordergründigem Humor. Und Harry meint es — „Pfadfinderscheißehrenwort“ — wirklich ernst und aufrichtig mit seinen Briefen. Daran gibt es nichts zu rütteln. Brillant verfasste Zeilen eines Sprach-Akrobaten für jedermann. Ein literarischer Genuss! 

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter Nürnberger Nachrichten]

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