Der Junge, der Ripley folgte.
Roman von Patricia Highsmith (2004, Diogenes - Übertragung Matthias Jendis).
Besprechung von Doris Schrötter bei Rezensionen-online *bn*:

Neuauflage von Ripley 4 - der sympathische Mörder diesmal ganz fürsorglich. (DR)

"Der Junge, der Ripley folgte" wird oftmals als der schwächste von Patricias Highsmiths Romanen rund um Tom Ripley bezeichnet. Eine Meinung, der ich mich nur bedingt anschließen kann. Aus dem ehemals komplex beladenen Tom, der seinen Aufstieg mit dem Mord an seinem Freund Dickie Greenleaf begründet hat, ist inzwischen ein selbstsicherer Bonvivant geworden, der ein beschauliches Leben auf einem französischen Landgut führt, mit hübscher Ehefrau, einer Köchin, nur unterbrochen von gelegentlichem betrügerischen Kunsthandel und unabdingbaren Morden. Ein schlechtes Gewissen hat er schon lange nicht mehr. Bis ein junger Millionärssohn bei ihm auftaucht, der, von Toms zweifelhaftem Ruf angezogen, erhofft hier seine Schuld zu erleichtern, denn der halbwüchsige Frank hat im Affekt seinen Vater getötet. Tom zeigt sich nun von seiner fürsorglichsten Seite und fährt mit dem Jungen zur Tarnung nach Berlin.

Sicherlich, "Der talentierte Mr. Ripley" ist ein Meilenstein der Kriminalliteratur, doch auch Ripley 4 ist mit seinen witzigen Szenen im hier noch geteilten Berlin, den vielfältigen Männerfreundschaften, die sich wie ein roter Faden durch alle Ripley-Romane ziehen, sowie seinem für Tom überraschenden Ende ein kurzweiliges und in allen Bibliotheken einsetzbares Lesevergnügen.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.rezensionen-online.at Die Literaturdatenbank des Österreichischen BibliotheksWerks - Medium]

Leseprobe I Buchbestellung I home 0105 LYRIKwelt © Rezensionen-online