Der große Himmel von Sam Shepard, 2004, S. Fischer

Der große Himmel.
Short Stories von Sam Shepard (2004, S. Fischer - Übertragung Uda Strätling).
Besprechung von Fritz Popp bei Rezensionen-online *bn*:

Nordamerikanische Seelenkunde. (DR)

Wenn Schnitzler in den USA lebte, würde er vielleicht so schreiben - vom "weiten Land der nordamerikanischen Seelen". Dieses wahrhaft weite Land ist mit einem Himmel voller Wünsche und Sehnsüchte überzogen. Und darunter versuchen die ProtagonistInnen der Geschichten ihren Teil des Himmels und des Glücks abzubekommen. Meist sind Entscheidungen bereits gefallen, die Akteure sind oft wenig handlungsfähig, aber es tut sich trotzdem einiges in diesen 18 Geschichten der vierten Short-Story-Sammlung des Schauspielers, Dramatikers und Prosa-Autors Sam Shepard. Nichts Sensationelles, aber Bedeutsames und Existenzielles wird geschildert: etwa Beziehungsabbruch oder versuchte Aufnahme, obsessive Beschäftigung mit fixen Ideen, das Ende einer alten Männerfreundschaft, die Bändigung eines Pferdes, Erzählungen eines Waffennarren, die Ängste einer einsamen Tankstellenkassierin. Aber immer geht es um Glück und Sinn, Gelingen oder Versagen. Es sind klassische, knapp und poetisch erzählte Shortstorys von starker Intensität, einige bestehen gänzlich aus Dialogpartien. - Starke Literatur in kleinen Dosen. Macht Lust auf mehr.

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