Der Gesang des Fidelis Waldvogel.
Roman von Louise Erdrich (2004, Eichborn).
Besprechung von Ursula Silvester für die Rezensionen-Welt, 04/2005:

Vom ersten Augenblick an fesselt das Schicksal Fidelis' - ein Fleischer, der nach dem 1. Weltkrieg von Deutschland aus nach Amerika auswandert - und der Personen, die ihn umgeben, v.a. das Leben der jungen Delphin.
Auch wenn während des Lesens hin und wieder der Eindruck entsteht, dass das Geschehen allmählich vor sich hinplätschert, treten immer wieder unerwartete Schicksalsschläge ein. Diese Situationen sind von der Autorin so realistisch dargestellt, dass sie dem Leser durch Haut und Knochen gehen und ihn von der Realität fortholen können. Manchmal ist sogar ein Innehalten unvermeidbar, um die soeben gelesen Textstelle nochmals durchzulesen und auf sich wirken zu lassen.
Die Sprache der Figuren ist offen, sogenannte "unanständige" Wörter und Sätze werden nicht umschrieben, sondern klar ausgesprochen. Trotzdem ist die Ausdrucksweise nicht derb, sondern einfach dem Alltag der Menschen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts angepasst.
Ein ausgezeichneter, einfühlsamer und mitreissender Roman.

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Leseprobe I Buchbestellung 0405 LYRIKwelt © Ursula Silvester