Der fatalae Glaube an das Glück, Biografie über Richard Yates von Rainer Motritz, 2012, DVADer fatale Glaube an das Glück.
Richard Yates - sein Leben, sein Werk von Rainer Moritz, (2012, DVA).
Besprechung von Peter Pisa im Kurier, Wien, 24.08.2012:

Der Biograf, Leiter des Hamburger Literaturhauses, musste viel vom Amerikaner Blake Bailey übernehmen, der 2003 Richard Yates’ Leben recherchiert und ihn dadurch wiederbelebt hatte.

Samt seiner Art, überall Asche auf den Boden zu stauben.

Aber Rainer Moritz gibt das in "Der fatale Glaube an das Glück" offen zu und macht das Beste daraus, indem er über Yates parallel zu dessen Büchern erzählt.

Im deutschen Sprachraum ist noch nicht so bekannt, wie sehr der mit Verspätung geliebte Schriftsteller in seinem Werk von Persönlichem ausging.

Nicht eins zu eins, aber Yates habe sich immer an den Widrigkeiten seiner Existenz abgearbeitet (so Moritz).

Eine gute Schule von Richard Yates, 2012, DVAIn "Eine gute Schule" geschah es überdeutlich.

Aber es gilt vom Debüt an: "Zeiten des Aufruhrs", verfilmt mit Kate Winslet und Leonardo DiCaprio (was das Buch 50 Jahre nach der Erstveröffentlichung in die Bestsellerliste der New York Times katapultierte).

Das gilt bis zu seinem letzten, noch nicht übersetzten Roman "Cold Spring Harbor" (1986), und selbst auf die Erzählungen trifft es zu.

Beispiel "Ach, Joseph, ich bin so müde: Die Bildhauerin Helen, das ist Yates’ Mutter, die tatsächlich einmal den Auftrag bekam, eine Büste von Roosevelt anzufertigen. Mit dem Ergebnis:

"Wenn man ihn (den Kopf; Red.) aushöhlen und oben einen Schlitz hätte hineinschneiden können, dann wäre er durchaus als Sparbüchse geeignet gewesen."

Rainer Moritz’ Biografie, die gleichzeitig mit "Eine gute Schule" in den Handel kommt, ist ein unaufdringlicher Begleiter auf der Reise zu einem schwierigen Menschen und zu dem, was von ihm bleibt.

KURIER-Wertung: **** von *****

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.kurier.at]

Leseprobe I Buchbestellung I home 0812 LYRIKwelt © Kurier