Der Billardtisch.
Erzählung von Bruno Steiger (2001, Edition Patrick Frey).
Besprechung von Sibylle Birrer in Neue Zürcher Zeitung vom 12.12.2001:

Ironie im Bausatz
«Der Billardtisch» - eine Erzählung von Bruno Steiger

Im Wechselspiel ihrer zweistimmigen Schreib- und Sprachreflexion «Unter uns» schreibt Bruno Steiger 1994 an Felix Philipp Ingold: «Ich hatte immer schon, eigentlich ab Geburt, die Ermüdung des Ironischen in mir. Ersatzlos ermüdet, muss ich heute sagen, vielleicht ist es das, was mich letztlich zum Schreiben gebracht hat. Ich konnte es anscheinend nicht hinnehmen; ja vielleicht ist mein ganzes Schreiben nichts anderes als die Rekonstruktion der Ironie.»

Vom Leben in der Kleinfamilie schreibt Bruno Steiger in seiner neusten, überraschenden Erzählung «Der Billardtisch». Er schreibt von der vermeintlich geglückten Bewältigung des Alltags, von der Herrschaft des fünfjährigen Sohnes, dem Mutter und Vater die Macht blindlings überantwortet haben, vom Opfern des Zusammenlebens «auf dem Altar der Affenliebe». Die Kleinfamilie als Kleinzoo - und der detailversessene Ich-Erzähler ist als Wärter der erste Gefangene, der vor lauter Ergebenheit den Radius seines Auslaufs nicht einmal mehr abzuschreiten wünscht. Mit kafkaesker Demut beschwört er stattdessen die Gemütlichkeit des Lebens über dem Abgrund....Fortsetzung

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