Der Anfang von allem von Jutta Richter, 2008, HanserDer Anfang von allem.
Prosa von Jutta Richter (2008,
Hanser)
Besprechung von als in Neue Zürcher Zeitung vom 1.11.2008:

Adams Apfel

als. Manchmal liegt Adam im Gras und spricht mit dem Mond und der Katze. Dann erinnert er sich voll bitterer Traurigkeit an die Zeit im Paradies, als das Leben noch Fülle war und Heimat – und als sich mit der Ankunft Evas sein Traum erfüllte. Er hatte den duftenden Garten gepflegt, in dem sie sich liebten, und alles wäre perfekt gewesen, wenn Eva nicht in einer Schwangerschaftslaune unbedingt von SEINEN neuen Äpfeln hätte kosten wollen. Ein läppischer Apfel allerdings hätte IHN noch lange nicht aus der Ruhe gebracht, was IHN jedoch zutiefst kränkte, waren das Misstrauen und die Angst, mit denen Adam IHM nach dem Apfelklau begegnete. Und so hatte mit dem ersten Moment von Wankelmut das Elend der Menschheit begonnen, das Adam nie gewollt hatte. Aber so sind halt die Menschen, denkt sich die Katze, die alles weiss, hinterher haben sie es immer nie gewollt. Die Münsterländer Kinderbuchautorin Jutta Richter wagt sich mit «Der Anfang von allem» an die älteste Liebesgeschichte der Welt und interpretiert sie in einer luftigen Poesie als Märchen, Romanze und Parabel. Archaische Sinnlichkeit und Lebensweisheit treffen in Richters einfachen, klaren Sätzen aufeinander, die kraftvoll und nachsichtig zugleich vom Glück und von den Wirrnissen des Menschseins erzählen.

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