Das Wort und die Freiheit, Bibliographie (2013, Nimbus Verlag von Bernhard Echte und Petra Kabus).Das Wort und die Freiheit.
Bildbiographie zu Jean Paul (
2013, Nimbus Verlag, hrsg. von Bernhard Echte und Petra Kabus).
Besprechung von Paul Alfred Kleinert, Berlin-Kreuzberg für die REZENSIONENwelt, XI. 2013:

Seit der Herausgabe der „Selberlebensbeschreibung“ (dieser Selb-Erlebensbeschreibung) und anderer autobiographischer Texte Jean Pauls unter dem Titel „Wahrheit aus Jean Pauls Leben“ in 8 Heften durch den Freund Christian Otto und deren Fortführung durch den Schwiegersohn Ernst Förster in den Jahren 1826 bis ’33 und 1836 – '38 sowie dem Parallelunternehmen des „biographischen Commentars“des Neffen Richard Otto Spazier (1833) gab es eine Vielzahl an Biographien, von denen nur eine Auswahl der umfassenderen hier aufgeführt sein  soll:

1863, anläßlich des 100sten Geburtstages Richters, erschienen die „Denkwürdigkeiten aus dem Leben von Jean Paul Friedrich Richter“, wieder herausgegeben vom o.g. Schwiegersohn Jean Pauls (der damit das oben Benannte in weiteren vier Bänden fortführte), 1889 Paul Nerrlichs „Jean Paul“, 1896 und 1900 setzten Stefan George und Karl Wolfskehl in ihren „Blättern für die Kunst“ Jean Paul ein weiteres Denkmal,1913 erschien „Die Persönlichkeit Jean Pauls“ von Eduard Behrend, diesem großen Gelehrten, Herausgeber und Kenner des Werkes Jean Pauls, 1975 (großartig geschrieben) „Das Leben des Jean Paul Friedrich Richter“ von Günther de Bruyn, 1983 die dritte und erweiterte Auflage von „Text + Kritik“ mit Dürrenmatts Beitrag, 1996 Rolf Vollmanns biographischer Essay und 2013 die Biographie Helmut Pfotenhauers.

Dem gesellt sich im Jahr der Wiederkehr des 250sten Geburtstages des Dichters eine ausgesprochen gut gearbeitete Bildbiographie unter dem Titel „Das Wort und die Freiheit“, erstellt von einem Autor(inn)encollegio in der Herausgeberschaft von Bernhard Echte und Petra Kabus, hinzu.

Das hierbei versammelte und kurzweilig kommentierte Bildmaterial in chronologischer Anordnung deckt literaturhistorische wie kontextuelle Interessen ab, bedeutet Zusammenhänge und läßt die Welt zwischen 1763 und heut' in Zuordnung auf Jean Paul vorüber ziehen.

Jean Paul. DintenuniversumDie Vielseitigkeit des Materials und die eingehende Dokumentation bibliophiler Kostbarkeiten geben dem Band ein besonderes Gepräge, das beigefügte Register läßt denselben zum nutzbaren Jean-Paul-Compendio werden. Selten erörterte Bezüge wie auch deren Kommentierung bieten auch denen, die Jean Paul gelesen und sich intensiv mit seinem Werk auseinandergesetzt haben, neue Erkenntnisse und zum Teil überraschende Einblicke.

Begleitend und ergänzend seien dazu die erfreulich gut zusammengestellte Ausstellung „Jean Paul. Dintenuniversum“ (im Liebermannhaus zu Berlin vom 12.10.- 29.12.2013) und der gleichnamige, sorgfältig erarbeitete Katalog dazu (herausgegeben von Markus Bernauer, Angela Steinsiek und Jutta Weber, ISBN 978-3-943999-23-5) empfohlen.

Der Gang durch die Ausstellung lohnt v.a. wegen der in seltener Güte zusammen getragenen Objekte, die über Exzerpt- und Notathefte, Erst- und Sonderausgaben hin zu seltenen fremdsprachigen Ausgaben bis zu besonderen Beispielen erfolgter Jean-Paul-Rezeption und zeitgenössischer Wunderlichkeiten, ein weites Spektrum vorhalten. Dabei weiß die an keiner Stelle überladen wirkende Ausstellung das Wesentliche vom Sekundären zu trennen, sind die Bezüge übersichtlich geordnet dargestellt und so sieht sich das Ganze wie ein materialisierter Durchgang zur beschriebenen Bildbiographie an.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.rezensionenwelt.de]

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