Das weiße Schweigen von Michael Klein, 2001, ZsolnayDas weiße Schweigen.Jack Londons Weg durch das Eis.
Roman von Michael Klein (2001, Zsolnay).
Besprechung von ith in der Frankfurter Rundschau, 26.01.2001:

Goldrausch

Auf dem Buchumschlag nebenan ist so eine krümelige Linie zu sehen. Das sind ein paar der Zehntausenden, die sich, ihr Gepäck, ihr Essen und ihre Goldgräber-Pfannen 1897/98 zu Fuß über den Chilkoot-Pass (Steigung: 45 Grad) schaffen. Andere versuchen es über den White-Pass. Später erschrecken die Zeitgenossen über Geschichten von Pferde-Selbstmorden und tausenden Kadavern, die ins Tal zurückgespült werden. Die, die rüberkommen, wollen weiter nach Norden. Sie hoffen, dort könne man das Gold in Klumpen aus einem Flüsslein fischen. Ein weiter Weg, ein übler Irrtum. Das weiße Schweigen berichtet vom Goldrausch in Alaska, wie der junge Jack London ihn erlebt. London nimmt die Reise von der abenteuerlichen Seite, führt Nietzsche mit sich, will reich werden und was von der Welt sehen. Später bekommt er Skorbut und ist ernüchtert. Michael Klein lässt von vornherein keinen Zweifel daran, dass der amerikanische Traum vom schnellen Goldfund am Klondike eine Pleite der besonders umfangreichen Art war. Er hat trotzdem eine spannende Geschichte daraus gemacht, halb Roman und halb Dokumentation und ganz gelungen.

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