1.)
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Das
Spiel des Engels.
Roman von
Carlos Ruiz Zafón (2008)
Besprechung von B. Schulte bei Amazon, 11.11.2008:
Endlich hat das Warten ein Ende...
... denn nach langer Zeit ist das neue Buch von Carlos Ruiz Zafon erschienen! Nachdem "Der Schatten des Windes" mich so restlos begeistert hat, habe ich dieses Buch sehnsüchtig erwartet und natürlich sofort nach Erscheinen gelesen. Mit großer Begeisterung, denn "Das Spiel des Engels" hält auf jeden Fall, was es verspricht![...diese und weitere
Besprechungen finden Sie unter
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Leseprobe I Buchbestellung 1108 LYRIKwelt © B.Sch./Amazon
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2.)
Das
Spiel des Engels.
Roman von
Carlos Ruiz Zafón (2008).
Besprechung von Jobst-Ulrich Brand aus dem
FOCUS,
14.11.2008:
Eine zu starke Geschichte
Bestsellerautor Carlos
Ruiz Zafón lässt sich in seinem neuesten
Buch auf „Das Spiel des Engels“ ein –
und verliert.
Sich selbst das
Schreiben schwer gemacht
Wie aber knüpft man an solch einen
Welterfolg an? Was setzt man den Lesern
als nächstes vor, die doch eigentlich
nichts anderes wollen als denselben Wein
in einem bitte nicht allzu neuen
Schlauch? Carlos Ruiz Zafón, der einst
in der Werbeindustrie arbeitete und in
Hollywood Drehbücher schrieb, weiß genau
Bescheid über die Zwänge des Business,
über die Erwartungen seines Publikums –
und seiner Verleger. Früh hatte er
angekündigt, dass sein nächstes Buch im
selben Erzählkosmos angesiedelt sein
würde wie der Erfolgsroman. Einen Zyklus
von vier ähnlich gelagerten Büchern
wolle er verfassen – eine Festlegung,
die die Erwartungen seiner Fans
zusätzlich angeheizt, aber ihm das
Schreiben nicht unbedingt erleichtert
hat.
Wieder erzählt
Ruiz Zafón eine Geschichte aus der Welt
der Buch- und Literaturliebhaber. Ein
talentierter, aber einigermaßen
erfolgloser Autor bekommt ein Angebot,
das er nicht ausschlagen kann: Um sein
Leben zu retten (aber um den Preis
seines Seelenheils), soll er einem
teuflischen Verleger das Buch der Bücher
schreiben, eine Geschichte, die Macht
über die Menschheit verleiht. Unschwer
zu erkennen: Ruiz Zafón war schon als
Jugendlicher vom Faust-Stoff fasziniert,
vor allem von
Thomas Manns Großroman „Doktor
Faustus“, in dem ebenfalls ein Künstler
seine Seele verkauft. „Das Erzählen ist
eine mächtige Waffe“, sagt Ruiz Zafón im
Gespräch. „Wir lernen neue Dinge am
besten über Geschichten, so funktioniert
unser Gehirn. Deshalb können Geschichten
dazu verwendet werden, Menschen zu
manipulieren. Wie bringt man jemanden
dazu, zum Massenmörder zu werden? Indem
man ihm Geschichten erzählt, zum
Beispiel die vom himmlischen Paradies,
in dem die Jungfrauen aus dem
Victoria’s-Secret-Katalog auf ihn
warten.“
Wille zur Kunst erdrückt den Roman
Viel Bedeutung hat Ruiz Zafón seiner
Geschichte aufgepfropft – es tut ihr
nicht gut. Der Wille zur Kunst erdrückt
diesen Roman. Vor allem der Schluss
enttäuscht viele Leser, sie müssen sich
den Sinn der verschlungenen Handlung
selbst zusammenreimen: „Ich mute dem
Leser sicher mehr zu als beim
Vorgängerbuch“, sagt Ruiz Zafón dazu,
„aber das mache ich ganz bewusst. Das
Buch stellt Fragen. Es zwingt den Leser
dazu, sich eine Interpretation zu
erarbeiten. Er heißt nicht umsonst ‚Das
Spiel des Engels’. Der Leser muss
mitspielen wollen, er muss eintreten in
diese Geschichte, sie miterleben, und
ist mit den gleichen Entscheidungen
konfrontiert wie die Hauptfigur. Je
nachdem, welchen Weg er wählt, bekommt
die Geschichte einen anderen Sinn. Das
ist sicher schwieriger für den Leser,
dafür aber, so hoffe ich, auch
faszinierender.“
Liest man Leserreaktionen in
Internetforen, dann wird deutlich, dass
viele nicht bereit sind, sich auf dieses
Spiel einzulassen. Zu sehr drängt sich
der Verdacht auf, dass hier ein Autor
mit der eigenen Geschichte nicht
zurechtgekommen ist. Nicht der Autor
forme die Geschichte, hat Ruiz Zafón mit
dem ihm eigenen Pathos erklärt, sondern
„die Geschichte diktiert die Form, in
der sie erzählt wird“. Diese hier hat
ihren Autor überwältigt.
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