Das Schwirren des heranfliegenden Pfeils von Christian Linder, 2009, ;atthes&SeitzDas Schwirren des heranfliegenden Pfeils.
Biografie über
Heinrich Böll von Christian Linder (2009, Matthes&Seitz).
Besprechung von Susanne Illhardt in der Westf. Rundschau, 12.04.2010:

Lüdenscheider schreibt neue Biografie über Heinrich Böll
Der Lüdenscheider Christian Lindner hat eine neue Biografie über Heinrich Böll, einer der wichtigsten deutschen Autoren der Nachkriegszeit, veröffentlicht. Böll verbrachte einige Zeit seines Lebens in der Bergstadt.

„Nun bin ich in Lüdenscheid seit einigen Stunden, meine Stimmung ist direkt wieder unter den Nullpunkt gesunken, als ich die Kaserne schon von weitem sah.” Das schrieb Heinrich Böll, einer der wichtigsten deutschen Autoren der Nachkriegszeit, am 18. Dezember 1940 aus der Markgraf-Karl-Kaserne in Hellersen an seine spätere Frau Annemarie Cech.

1940 nach Hellersen kommandiert

Einen weiteren Brief, den er am 20. Dezember 1940 an Annemarie Cech geschrieben hat, interpretiert der Autor Christian Linder als ein Schlüsseldokument zur Lösung des Rätsels Heinrich Böll. In diesem Brief entscheidet sich der Schriftsteller zu einem radikalen religiösen Weg.

Nachzulesen ist das in der neuen Böll-Biografie „Das Schwirren des heranfliegenden Pfeils” von Christian Linder, die jetzt im Verlag Matthes & Seitz erschienen ist. Heinrich Böll war im Dezember 1940 zum Landschützenersatzbataillon 6 kommandiert worden, das sein Quartier in der Markgraf-Karl-Kaserne – das spätere Krankenhaus Hellersen – hatte. Dort bezog er die Stube 92.

Treffen im Hotel Kaiserhof geplatzt

Noch im Dezember 1940 wollte sich Böll mit seiner zukünftigen Frau im Hotel Kaiserhof treffen, aber die beiden verpassten sich offensichtlich: „Hoffentlich geht die Sache mit Annemaries Besuch nun nicht wieder schief; ich habe bei solchen Dingen immer bis zum letzten Augenblick Angst, dass irgendwas dazwischenkommt; in Lüdenscheid, in diesem kalten Nest, ist sie nun den ganzen Tag herumgelaufen, und ich bin in derselben Zeit auf allen möglichen Eisenbahnstationen bis ins Mark erfroren...”

Christian Linders unkonventionelle Böll-Biografie, die jetzt erschienen ist, soll ein „intimes Porträt des Literaturnobelpreisträgers” sein. Beide verbindet Lüdenscheid. Christian Linder wurde hier am 9. Februar 1949 als Peter Schröder geboren. Im Jahre 1975 erschien, zusammen mit Heinrich Böll, das Buch „Drei Tage im März”. Böll war drei Tage lang in die Wohnung des damals 26-Jährigen gekommen. Der junge Mann befragte Böll über den bis dahin noch unbekannten autobiografischen Hintergrund seiner Werke.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie in www.westfaelische-rundschau.de]

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