Das kleine Gedicht von Waltraud Recktenwald, 2010, BoDDas kleine Gedicht.
Gedichte von Waltraud Recktenwald (2010, BoD).
Besprechung von Gerhard Tröster in der Saarbrücker Zeitung, 24.07.2010:

Den Gedanken ein Gesicht geben
122 kleine Gedichte zum „Immer-Wieder-Lesen” von Waltraud Recktenwald

Die Oberthalerin Waltraud Recktenwald hat einen Band mit selbstverfassten Gedichten herausgebracht. Ihre Themen sind dem Alltag und seinen vielfältigen Situationen nachempfunden. Die ausgezeichnete Beobachtungsgabe der Autorin drückt sich in ihren Versen aus.

Der deutsche Dichter Paul von Heyse hat einmal gesagt: „Jede Zeit und jeder Ort wird dir zum Gedichte taugen, sagst du stets mit eignem Wort was du sahst mit eignen Augen.“ Die Oberthalerin Waltraud Recktenwald hat sich diese Gedanken zu eigen gemacht. Was sie mit ihren wachen Augen gesehen und verinnerlicht hat und was an Bildern aus den Tiefen der Erinnerung emporgestiegen ist, hat sie in den Gedichten zum Ausdruck gebracht. Auf diese Weise gab sie ihren Gedanken ein Gesicht, farbig und ausdrucksstark, oft auch heiter. Immer wieder entdeckt der Leser darin ihr überzeugendes Ja zum Leben.

Die Autorin, die 1941 am Niederrhein zur Welt kam und seit 1983 in Oberthal wohnt, hat ihr Herz schon in der Kinderzeit an das Lesen und Schreiben verloren. Ihr erstes größeres Werk war das zweibändige Familienbuch. Darin ging es ihr nicht um die trockenen Zahlen der Ahnenforschung, sondern um das Leben und Erleben in ihrer Familie. Vieles, was sie bis zum 18. Lebensjahr in Haus und Heimat gesehen, gehört und mitgestaltet hat, schrieb sie nieder. In der Folge wandte sie sich verstärkt dem Verfassen von Gedichten zu. In dem soeben herausgekommenen Büchlein „Das kleine Gedicht“ steckt einmal eine ungeheure Fleißarbeit. Zum andern zeugt es von der bewundernswerten Gabe, den tiefen Sinn ihrer Beobachtungen, Weisheiten und Erkenntnisse niederzuschreiben. Menschen und Tiere kommen in dem Buch vor, die Liebe und das Leben, die Natur in ihrer ganzen Vielfalt, vor allem die Blumen. So dichtete Waltraud Recktenwald über die Sonnenblumen: „Sonnenblumen, Schöngesichter, drunten in dem Wiesengrund, schaukeln sich im Sommerwinde zwischen Wiesenblumen bunt.“ Ein eigenes Kapitel hat sie ihrer Lieblingsblume, der Rose, gewidmet. Keinen besseren Schluss hätte das Büchlein finden können als mit den zehn Gedichten „mit einem Schuss Romantik“. In den Versen „Zuversicht“ kommt ein Stück der erworbenen Lebensweisheit zum Vorschein: „Das Meer ist meine Zuversicht, es hört mich an mit meinen Sorgen. Und wenn am Strand die Welle bricht, dann fühl' ich mich geborgen. Ich weiß, dass hinterm Horizont mich einer hört und sieht, dass einer mir zur Seite steht, egal, was auch geschieht.“

Anregungen zum Dichten erhält die Schreiberin, wie sie erzählte, sowohl im stillen Kämmerlein als auch im Garten und auf Spaziergängen. Zu ihrem Buch sagte sie: „Man kann es nicht auf einmal lesen, sondern muss es öfter zur Hand nehmen und seine Inhalte immer wieder neu entdecken. Auf diese Weise trägt es viele Botschaften zu deinen Lesern und regt sie zum Nachdenken an.“

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter Saarbrücker Zeitung]

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