Das Haus des Witwers von John Bayley, 2002, BeckDas Haus des Witwers.
Roman von John Bayley (2002, Beck - Übertragung Barbara Rojahn-Deyk).
Besprechung von ith in der Frankfurter Rundschau, 10.8.2002:

Sehr britischer Brite

John Bayley wäre hier zu Lande kaum bekannt, wäre er nicht der Mann der Schriftstellerin Iris Murdoch gewesen. In Das Haus des Witwers beschreibt er die Zeit, nachdem als sie an Alzheimer gestorben war. Das interessiert einen möglicherweise, aber nicht zwangsläufig. Der Witwer plaudert aus der Lamäng, erwähnt englische Schriftsteller von Shakespeare bis Priestley, erzählt von seiner Einsamkeit, die sich andererseits in Grenzen hält, und von zwei Damen, die ihm nachstellen. "Ein kaltes, berechnendes Geschöpf in meinem Innern sagte, dass ich von beiden eine Menge Unannehmlichkeiten zu erwarten hätte, wenn ich ihre Annäherungsversuche nicht im Keim erstickte, wenn ich nicht mit ihnen verfuhr, wie man mit Hitler hätte verfahren sollen, sowenig die beiden Frauen ihm auch glichen." In der Tat handelt es sich hier um einen Satz, der vermutlich nur einem Engländer Jahrgang 1925 einfallen wird, und überhaupt ist das auffallendste an diesem Buch, dass John Bayley ein sehr britischer Brite ist. Auch das interessiert einen möglicherweise, aber nicht zwangsläufig.

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