Das goldene Ei von Tim Krabbé, 2004, Reclam

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Das goldene Ei.
Roman von Tim Krabbé (2004, Reclam - Übertragung Susanne George).
Besprechung von Mascha Vassena aus dem titel-magazin, 32/2004:

Geschichte eines Verschwindens
Das goldene Ei ist die Geschichte eines Verschwindens, leicht geschrieben, leicht beunruhigend und leicht lesbar.

Wie so viele Bücher, die als Roman etikettiert werden, ist Das goldene Ei eine lange Erzählung. Die Geschichte ist einfach: Ein junges Paar ist auf dem Weg in die Ferien, an einer Raststätte verschwindet das Mädchen Saskia spurlos. Jahre später startet ihr Freund Rex eine Anzeigenkampagne, um endlich Gewissheit über ihr Schicksal zu erhalten; und tatsächlich meldet sich jemand bei ihm, der weiß, was mit Saskia passiert ist.

Das goldene Ei wurde schon 1984 geschrieben, 1992 ins Deutsche übersetzt und ist erst jetzt wieder erhältlich. Seltsam, war das Buch in Holland doch enorm erfolgreich und wurde schon zweimal unter dem Titel Spurlos verfilmt. Was die Spannung angeht, fällt das Buch gegenüber der Verfilmung etwas ab. Die packende, düstere Atmosphäre des Films mit Kiefer Sutherland und Jeff Bridges fehlt in der Vorlage. Krabbé verzichtet gänzlich auf Effekte, sondern erzählt schlicht und geradlinig die Ereignisse. Klar trennt er das Buch in mehrere Teile, die den beiden Hauptpersonen folgen, und führt am Schluss die Fäden zusammen. Am Ende ist es eine Geschichte von zwei Männern, die sich zu ähnlich sind. Beide spielen ständig mit dem “was wäre wenn?” und ziehen Lust daraus, etwas zu verbergen. Und beide sind bereit, ihre Spielchen bis zum Äußersten zu treiben, was Rex am Ende zum Verhängnis wird. Denn um zu erfahren, was mit Saskia geschehen ist, muss er das Gleiche durchmachen.

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Das goldene Ei von Tim Krabbé, 2004, Reclam2.)

Das goldene Ei.
Roman von Tim Krabbé (2004, Reclam - Übertragung Susanne George).
Besprechung von Angela Zemanek-Hackl bei Rezensionen-online *bn*:

Rex und Saskia sind ein junges Paar auf dem Weg in den Urlaub, als sie spurlos verschwindet. (DR)

Das junge Liebespaar macht nur einen Tankstopp auf dem Weg nach Südfrankreich, da verschwindet Saskia auf unerklärliche Weise spurlos. Rex sucht lange Zeit, doch die junge Frau bleibt verschwunden. Die Beziehung zu einer anderen scheitert an seinem Unvermögen, die Zeit mit Saskia abzuhaken. Schließlich macht er sich noch einmal auf die große Suche nach der Verschwundenen. Eine Anzeigenaktion in vielen Zeitungen stürzt ihn in Schulden, doch er scheint Erfolg zu haben. Ein Mann meldet sich als Zeuge. Rex" Hoffnung flackert noch einmal auf.

Der Roman schildert in knappen Worten und in berichtähnlicher Form die Ausgestaltung der Begriffe "Liebe" und "Hoffnung". Rex, der durch das Verschwinden seiner Liebsten völlig aus dem Tritt kommt, hofft beständig auf ein Wiedersehen. Andererseits gibt es hier die peinigende Innenaufnahme des Psychopathen, der sich vom durchschnittlichen Familienvater immer mehr zum kranken, gestörten Mörder entwickelt, der seine Maske bis zum Schluss behalten kann. Nicht umsonst wurde das Buch schon zwei Mal verfilmt, der Psychothriller, der klar und stringent erzählt, ist allen sehr empfohlen, die Spannung mit Tiefgang mögen.

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