Das Gesetz der Leere von Andrej Blatnik, 2000, FolioDas Gesetz der Leere.
Erzählungen von Andrej Blatnik (2000, Folio-Verlag - Übertragung Klaus Detlef Olof).
Besprechung von Ilma Rakusa in Neue Zürcher Zeitung vom 14.02.2002:

Rien ne va plus
Andrej Blatniks Erzählungen «Das Gesetz der Leere»

Das Fazit ist düster: Unsere Gesellschaft leidet an Kommunikationsstörung. Ob Freund und Freundin, Ehemann und Ehefrau - man redet aneinander vorbei, man versteht sich nicht. Was schon Tschechow diagnostizierte und so treffend vorführte, beschäftigt den slowenischen Prosaisten Andrej Blatnik (Jahrgang 1963), Verfasser zweier Romane, mehrerer Erzählbände und zahlreicher Rundfunkstücke, auf seine Weise. Als wäre das Leben nur auf Absurdität aus, enden bei ihm Annäherungsversuche in Unverständnis, Idiosynkrasien in Zerwürfnis, menschliche Regungen in der Katastrophe. Ob einer mit Wortstiletten oder mit der blanken Pistole kämpft: Immer wirkt er lächerlich, hilflos und einsam. Wobei die Frauen, wenn es zu Gewalt kommt, noch ausgelieferter sind.

Auch in seinem jüngsten Erzählungsband, «Das Gesetz der Leere», entwickelt Blatnik aus banalen oder prekären Situationen Vorgänge von befremdlicher Eigengesetzlichkeit. Wie ferngesteuert bewegen sich seine Helden in Verhältnissen, die sie durch minimale Gesten (scheinbar) aus den Angeln heben. In Wirklichkeit gehorchen sie nicht ihrem Willen, sondern der Mechanik einer Konstellation, dem Gesetz dumpfen Instinkts. Das verhindert Tragik (im klassischen Wortsinn), erzeugt aber eine seltsame Spannung....Fortsetzung

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