Das Geheimnis des Cagliostro von Michael Schneider, 2007, KiWiDas Geheimnis des Cagliostro.
Roman von Michael Schneider (2007).
Besprechung von ith in der Frankfurter Rundschau, 19.09.2007:

Der große Bluff und wie man's macht

Seinem Titel zum Trotz enttarnt dieses Buch ja ein Geheimnis nach dem anderen. Der Hochstapler Giuseppe Balsamo, der es unter dem Namen Cagliostro im 18. Jahrhundert zu Ruhm brachte, mag noch so raffiniert schweben, vorhersagen, Gold beizaubern und Migräne austreiben (o, wie wär' das schön) - der Schriftsteller Michael Schneider, selbst ausgewiesener Zauberer, verrät alle Tricks, und oft denkt man, so dumm wie der und der kann keiner sein. Dabei lassen sich andauernd irgendwo gescheite Menschen übers Ohr hauen. Schneider gönnt seinem Helden zugleich etwas Robin-Hood-Romantik, und die Lumpen sind definitiv die Herrn von der Inquisition, die dafür ewig Kopfweh haben werden. Das finden wir gut und lesen es sofort durch, das dicke Buch, das auch die Armmuskulatur stärkt, und lassen uns gern so unterhaltsam und vernünftig daran erinnern, wie ausgerechnet die Aufklärung den tollsten Wunderglauben im Gepäck hatte. Und nur ein Beckmesser murrt, dass aus einem historischen Roman, der in vorwagnerianischer Zeit spielt, der Begriff Beckmesser besser entfernt worden wäre.

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