Chefbuch.
Texte von Gerhard Ruiss,
(2001, Edition Selene).
Besprechung von Wolfgang Paterno aus Profil, Wien, 9.1.2002:

Es sind hunderte „Chefbeweise“, die der Schriftsteller Gerhard Ruiss in der Textsammlung „Das Chefbuch“ versammelt hat. Ruiss, mundflinker Chef der IG Autorinnen und Autoren, hat drei Jahre lang Zeitungen und Zeitschriften mir der Schere bearbeitet und dem Chef in sich freien Lauf gelassen: Geradezu raffgierig wurde jede noch so kleine Chefnotiz herausgeschnipselt, auf über 200 Seiten sind nun die „Chefsachen“ nachzulesen: von der nüchternen Schlagzeile „Der Sprung in die Chefetage“, der ein wenig befremdlichen Überschrift „Haider: Ich bin zwei Chefs“ bis zur entschlossenen Feststellung „Jetzt wird vom Chef selbst zugeritten“.

Seit die Kulturpolitik hierzulande 1997 zur „Chefsache“ erklärt wurde, ist das Spaßbuch vor allem Bundeskanzlern wärmstens zu empfehlen, die, so scheint es, von der leicht modizifizierten Formel des französischen Apothekers Emil Coné beseelt sind, der im 19. Jahrhundert die Wirkung der Autosuggestion entdeckte:

„Ich werde in jeder Hinsicht von Tag zu Tag besser.“

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.profil.at und unter www.buecherservice.at]

Leseprobe I Buchbestellung 0802 LYRIKwelt © Profil, Wien / Bücherservice.at