Canard Saigon von Harald Friesenhahn, 2012, LeykamCanard Saigon.
Roman von Harald Friesenhahn, (2012, Leykam Verlag).
Besprechung von Peter Pisa im Kurier, Wien, 15.6.2012:

Als Freund von Kriminalromanen hat sich der Burgenländer Harald Friesenhahn – ein studierter Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler – gefragt, ob er "so was" denn auch kann.
Friesenhahn kann; und er soll weiterschreiben. Eine Aufforderung, die man nach den ersten 100 (von 50Harald Friesenhahn0) Seiten nicht unbedingt machen würde.
Weil eine Teamsitzung nach der anderen bei der Wiener Polizei das Blut beim Lesen noch nicht so richtig in Wallungen bringt.

Es geht um einen Serienmörder, der Frauen verschleppt, ihnen die Kehle durchschneidet, die Leiche mit Mist überschüttet und Entenfedern dazulegt. Einmal vier, einmal zwei ...
Die Spur führt in ein auf Schilddrüse spezialisiertes Krankenhaus, aber Gott sei Dank nicht nur, sondern (sehr spät, aber doch) auch in die Fremdenlegion – in die 1940er- und 50er-Jahre nach Indochina.
Ein Bordell mit Enten-Spezialitäten wird zum schockierenden Zentrum eines „Buches im Buch“; und jetzt merkt man: Der Autor hat für sein Debüt viel recherchiert, und er braucht zum Erzählen gar kein Krimi-Gerüst.
Jedenfalls legt man von diesem Zeitpunkt an "Canard Saigon" erst aus der Hand, bis der Täter in seinem Kastenwagen den finalen Orgasmus hat.

KURIER-Wertung: **** von *****

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