Bubbkle Gum von Lolita Pille, 2005, Piper

Bubble Gum.
Roman von Lolita Pille (2005, Piper - Übertragung Gaby Wurster).
Besprechung von Jeanne Turczynski aus den Nürnberger Nachrichten vom 25.11.2005:

Die Welt des Geldes und des Glamours
Lolita Pilles Roman „Bubble Gum“

Sie ist jung, begabt und voller Sehnsucht. Sie ist radikal, innovativ — und dabei pure Provokation. Die Rede ist von Manon, der Heldin von Lolita Pilles neuem Roman „Bubble Gum“. Die Rede ist aber auch von Manons Schöpferin, von Lolita Pille selbst. Mit der Protagonistin des Buches hat Pille ein Alter Ego par excellence erschaffen. Das ist spannend und langweilig zugleich. Spannend, weil wir auch in diesem Buch - wie schon in Pilles Erstling „Pradasüchtig“ - der Heldin voll atemloser Spannung folgen. Und gleichzeitig langweilt uns diese Welt der Reichen und Schönen, die wir seit „Pradasüchtig“ schon zu kennen glauben.

Es ist dies das große Dilemma der hoffnungsvollen Nachwuchsautorin Lolita Pille. Sie beschreibt voller Abscheu die Welt des Geldes und des Glamours - gleichzeitig ist sie aber offenkundig von diesem Milieu durch und durch fasziniert. Ihr zweites Buch gerät dadurch weniger zu einer beißenden Gesellschaftskritik, als vielmehr zu einer ausufernden voyeuristischen Nabelschau.

Manon, eine Kellnerin aus der Provinz, träumt von einem Leben im Rampenlicht. Als sie eines Tages von einem Modelagenten eingeladen wird, packt sie ihre Koffer und macht sich auf nach Paris. Dort trifft sie auf Derek, einen jungen, gelangweilten Milliardär. Der macht sie zu seiner Gespielin und erfüllt ihr alle Wünsche. Das wird, wir ahnen es, Manon mitnichten glücklich machen. Und so läuft denn auch alles auf ein ebenso überraschendes wie absurdes Ende hinaus.

Pille hat zweifellos Talent zum Schreiben - das hat schon ihr Entdecker, der französische Kultautor Frédéric Beigbeder, erkannt. Doch ebenso zweifellos muss sie ihren Stil noch finden, auch ihren Inhalten fehlt es an Substanz. Die Welt der Reichen und Schönen wird spätestens im dritten Buch niemanden mehr interessieren. Trotzdem warten wir gespannt, was uns diese junge Autorin noch zu bieten hat. Denn eines steht fest: Sie ist begabt, innovativ und provokant. Das ist eine vielversprechende Kombination, von der wir uns noch eine Menge erhoffen.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter Nürnberger Nachrichten]

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