Brief an den Staatsanwalt.
Eine forensische Novelle von Janko Ferk (2008,
Edition Atelier)
Besprechung von Jdl in Neue Züricher Zeitung vom 26.02.2009:

Gezeichnet: K.

Was bleibt dem Gedemütigten anderes als die Hybris? Dem Gericht setzt der Angeklagte eine ausufernde Epistel entgegen, die ihn retten soll. Doch der «Brief an den Staatsanwalt», wie der österreichische Schriftsteller Janko Ferk seine «forensische Novelle» nennt, wird ihn wohl nur weiter hineintreiben ins Verhängnis. Eine Suada der Rechtfertigung lässt Ferks Ich-Erzähler los. Sein Jammer ist grössenwahnsinnig und kleinmütig zugleich, und weil der Autor nicht nur Jurist von Beruf, sondern auch ein Kenner menschlicher Abgründe ist, birgt sein schmales Buch die Dramatik eines ganzen Romans. Die Geschichte des Angeklagten handelt von der Missachtung durch den Vater und von der überwältigenden Liebe zu einer jungen Frau. Die Dämonie der Ohnmacht schildert Janko Ferk mit beeindruckender Genauigkeit und unter den Auspizien eines grossen Vorbilds. Zu Franz Kafkas Rechtsphilosophie hat Janko Ferk kürzlich eine präzise Monografie veröffentlicht. Dass sein «Brief an den Staatsanwalt» mit dem Kürzel «K.» unterschrieben ist, ist Reverenz an Kafkas Einsichten und zugleich Zeichen einer selbstbewussten Fortschreibung.

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