Bleib über Nacht.
Roman von Michael Köhlmeier (1992, Piper).
Besprechung
von Ingeborg Giesler aus Rezensionen-online *bn.bibliotheksnachrichten*, 1992:

Geschichte einer "Kriegsehe", die unter schweren Umständen zu wirklicher Nähe reifen muß.
Die 30jährige Pauline und der 24jährige Soldat Ludwig lernen sich während des Zweiten Weltkriegs in Paulines Heimatstadt Coburg kennen, d. h., zum wirklichen Kennenlernen bleibt keine Zeit und die ein halbes Jahr später geschlossene Ehe kann nicht wirklich eine werden. Nach dem Krieg finden beidee, die viele Monate nacheinander gesucht haben, schließlich in Ludwigs österreichischem Heimatdorf, "am Ende der Welt", zueinander. Aber die Umstände - erbärmliche Unterkunft bei Ludwigs Mutter, Schwerstarbeit für die Herrichtung eines eigenen Heimes - sind so, daß sie auch jetzt nicht wirklich zueinander finden. Immer noch ist da dieses sonderbare Gefühl von Fremde, das v. a. Ludwig quält. Paulines Verzweiflung um ihre Liebe ist groß. Sie sucht den Kontakt mit einem anderen Mann und verläßt das Dorf. Erst zweieinhalb Jahre später begegnen Pauline und Ludwig einander in Wien, unter ganz anderen Voraussetzungen, wieder. - Dem Autor ist durch seine beiden Hauptfiguren - einfachen Menschen von ungewöhnlicher Tatkraft und Liebesfähigkeit - eine bewegende, lebendig und mit Gespür für glaubwürdige Gefühlstönungen geschriebene Geschichte gelungen. - Empfehlenswert.

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