Bienenkönigin
Zeit.
Gedichte von Uwe
Grüning (2005,
Verlag Unartig/Zeitzeichen).
Besprechung von Werner Berger, Wien XXIII (Liesing) im
Februar 2006 für die
LYRIKwelt:
In der seit 7 Jahren bestehenden Lyrikreihe "Zeitzeichen" des Aschersleber Kunstvereins, herausgegeben vom in Berlin lebenden Lyriker Paul Alfred Kleinert, erschien unlängst als Nummer 21 das Bändchen "Bienenkönigin Zeit" des Dichters Uwe Grüning.
Die zurückhaltende, unaufdringliche Art der Äußerungen des 1942 in Pabianice geborenen Dichters, der wohltuende Klang seiner Lyrik und die eindringlichen Metaphern der Texte machen das Heft zu einem Leseerlebnis besonderer Art.
Verse wie
… "Einträchtig leb ich/ mit den Bildern der Einsamkeit./ Sie
schenkten mir ihre Gestalt.
So formen/ Krug und Flussbett das
Wasser….." oder
… "Denn mein Schmuck, eine Gemme,/ von Wasserläufern geschnitten,/
wird der Fährlohn
sein,/ wenn ich fortgeh."
geben den stillen und eindringlichen Sprachgestus des Dichters wieder.
Das Büchlein gewährt den Lesern ein Zur-Ruhe-Kommen in der Zeit und einen Ort der Besinnung, wobei die mit stiller Melancholie getränkten Verse auf etwas weisen, was mit dem Begriff der Transzendenz wohl hinreichend beschrieben werden kann.
Wie vom Herausgeber der Reihe zu erfahren war, zeitigt das Bändchen bereits kurz nach dem Erscheinen Wirkungsgeschichte: der ungarische Dichter Sándor Tatár hat Texte daraus in sein Übersetzungsrepertoire aufgenommen und so wird es wohl in Kürze zu einer Veröffentlichung einzelner Gedichte aus dem Heft in Ungarn kommen.
An dieser Stelle sei dem Aschersleber Kunstverein
und dem Herausgeber der "Zeitzeichen" - Reihe Respekt bezeigt - in
Zeiten wie diesen an abgelegenem Ort ein Reihe wie die vorliegende in dieser
inhaltlichen wie gestalterischen Qualität durchzuhalten, zeugt sowohl von
einem guten Konzept als auch von einer glücklichen Konstellation.
Zu erwähnen steht noch an, daß die Vorstellungsabende beim Erscheinen der
Hefte am Grauen Hof zu Aschersleben in guter Tradition mitJazz ausklingen.
Das Programm ist der obigen Internet - Seite zu entnehmen.
Lassen wir den Dichter zum Beschluß dieser Ausführungen noch einmal selbst zu Wort kommen:
Gegen Mittag
Der Ulme Schattenhaus.
Eine Schuld, wie von Menschen gemacht,
eine Einsamkeit
wie aus dem Karstland, der Liebe.
Weiter Gedichte des Dichters lassen sich unter: www.lyrikwelt.de/Autoren/Grüning aufrufen.
[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.rezensionenwelt.de]
Leseprobe I Buchbestellung 0206 LYRIKwelt © Dr.Werner Berger, Wien