Balkan-Connection von Reinhard Bottländer, 2009, Schardt1.) - 2.)

Balkan-Connection.
Roman von Reinhard Bottländer (2009, Schardt Verlag).
Besprechung von Anja Schröder in der Westf. Rundschau, 3.03.2010:

Ruhrgebiet ein kriminelles Pflaster
Das Ruhrgebiet ist und bleibt ein kriminelles Pflaster. Für Reinhard Bottländer sowieso. 35 Jahre schließlich war er hier auf Streife, spürte Verbrecher auf. Heute löst er die Kriminalfälle mit Buchstaben – sein dritter Revier-Krimi, „Balkan-Connection”, pendelt zwischen Bochum und Österreich.

Eigentlich könnte man sich das Buch besser erzählen lassen, so lebhaft schildert Bottländer die einzelnen Passagen. Und authentisch: Erinnern Sie sich an die Silvesternacht 2008? Den dichten Nebel, der alles lahmlegte? In dieser Suppe lässt Bottländer in seinem Buch einen jungen Mann erschlagen, mitten auf dem Marktplatz in Castrop-Rauxel. Schreibt - fast real - die zwangsumgesiedelte Olga aus der ehemaligen Sowjetunion in die Kapitel, die im Goldenen Westen das Glück sucht. Ein dreister Banküberfall in Bochum, eine Frauenleiche nahe der österreichisch-slowenischen Grenze, ein brennender Toter auf dem Kirmesplatz in Herne-Crange, ein Premium-Puff in Kärnten: Spurensuche zwischen Schutzgelderpressung, Waffenschieberei, Drogen- und Menschenhandel.

Immer wieder eingeflochten in die fiktive Handlung: „echte” Einsätze. Als die Bochumer Polizei ein Zockerparadies quasi durch die Wand stürmte... Denn die Arbeit einer Mordkommission kennt Bottländer aus der Innensicht – und die soll möglichst ungeschminkt 'rüberkommen.

Sein „Held”, Ken Bergmann, ist auch in diesem dritten Fall einer mit Ecken und Kanten. Und einem heimlichen Liebesleben neben Frau und Kindern. Eine Affäre im Krimihintergrund, nicht minder spannend, die Bottländer (selber seit 42 Jahren glücklich verheiratet) erst im vierten Buch auflösen wird – in welcher Form auch immer. Danach schickt er Ken Bergmann zumindest schriftstellerisch in Pension. Dann, meint der Mann, der an Dortmunds Stadtgrenze lebt, wolle er mal etwas anderes schreiben. „Etwas Geschichtliches. Oder etwas Geheimnisvolles”.

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Balkan-Connection von Reinhard Bottländer, 2009, Schardt2.)

Balkan-Connection.
Roman von Reinhard Bottländer (2009, Schardt Verlag).
Besprechung von Gerhard Römhild in der Westf. Rundschau, 18.01.2010:

Balkan-Bulle
Reinhard Bottländer will mit seinem dritten Revier-Krimi die Brutalität organisierten Verbrechens zeigen. "Mord im Sumpf" ist der Titel des spannenden Krimi-Romans aus Castrop Rauxel, in dem wieder Kommissar Ken Bergmann mit seiner Mannschaft am Start ist.

Der Castrop-Rauxeler Schriftsteller Reinhard Bottländer hat mit „Balkan Connection – Die Spur führt nach Feldkirchen” nun seinen beiden erfolgreichen Revier-Krimis „Mord im Sumpf” und „Ene-mene-muh...und tot bist du!” einen weiteren spannenden Kriminalroman folgen lassen.

REALE HINTERGRÜNDE

Zum Inhalt von „Mord im Sumpf”: Zwei Leichen und grausam getötete Pferde werden in einem Naturschutzgebiet gefunden. Gibt es einen Zusammenhang? Kommissar Ken Bergmann gerät in einen Strudel aus Mord, Verrat und Zwangsvorstellungen. In „Ene-mene-muh...und tot bist du!” werden mehrere Kinder entführt. Was will der Täter? Lösegeld oder hat er perverse Phantasien? Für Kommissar Ken Bergmann beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.

In allen Polizeikrimis sind Bergmann und seine Mordkommission gefordert, den Fall zu klären und die Schuldigen zu überführen. Dabei zeichnen sich die Romane besonders dadurch aus, dass in den spannenden Handlungen präzise die Polizeiarbeit geschildert wird, dass die Fälle zwar frei erfunden sind, aber reale Hintergründe haben, und manche Nebenhandlungen völlig der Wirklichkeit entnommen worden sind.

Wieder ist Kommissar Ken Bergmann mit seiner Mannschaft am Start, wobei Bergmanns dritter Fall nicht mehr nur im Ruhrgebiet spielt, sondern den Leser auch in die winterliche Bergwelt Kärntens führt. So wird in der eiskalten Tscheppa-Schlucht nahe der österreichisch-slowenischen Grenze eine Frauenleiche gefunden. Gleichzeitig kommt es in der Vorweihnachtszeit in Bochum zu einem dreisten Banküberfall, bei dem ein Geldbote erschossen wird.

Mann auf Marktplatz erschlagen

Und als wenn das alles nicht schon reicht, brennt auf dem Kirmesplatz in Herne-Crange auch noch ein Auto aus. In dem Wagen findet die Polizei zudem eine verkohlte Leiche. Im extrem dichten Nebel der Neujahrsnacht 2008 wird dann auf dem Marktplatz in Castrop-Rauxels Altstadt ein junger Mann von Unbekannten erschlagen.

Was zunächst ohne Zusammenhang zu sein scheint, wird bei den Ermittlungen der Kripo jedoch immer mehr zu einem äußerst komplexen Fall. Und eine heiße Spur führt nach Feldkirchen im österreichischen Bundesland Kärnten. Ken Bergmann und seine Mordkommission sind mitten drin in ihrem neuen Fall und kommen Stück für Stück einer äußerst gefährlichen Verbindung auf der Spur. In deutsch-österreichischer Kooperation beginnt sodann länderübergreifend ein schonungsloser Kampf gegen das organisierte Verbrechen.

Erschütterndes Zeugnis

Bottländer: „Mit meinem dritten Revier-Krimi will ich die Brutalität organisierten Verbrechens zeigen und damit ein erschütterndes Zeugnis von Menschenhandel und Zwangsprostitution wiedergeben.”

Der Castrop-Rauxeler Autor wurde 1948 in Bochum geboren. 1965 trat er in den Polizeidienst ein und wurde Kriminalhauptkommissar. Er arbeitete in verschiedenen Ermittlungskommissariaten, in der Fahndungsabteilung, in Mordkommissionen und in der Führungsstelle. Bereits in den 80er Jahren machte er sich einen Namen als Kinder- und Jugendbuchautor. Er schrieb Geschichten für den Hörfunk und veröffentlichte in Anthologien. Vor drei Jahren begann er noch einmal mit dem Schreiben, diesmal für Erwachsene. Seine Kriminalromane zeigen reale Hintergründe auf und haben inzwischen im ganzen deutschsprachigen Raum ihre Leser gefunden.

Der 61-Jährige ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS), in der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur Das Syndikat und im Friedrich-Bödecker-Kreis NRW. Für seine Arbeit an Kinder- und Jugendbüchern hatte er 1980 ein Literatur-Arbeitsstipendium des Landes NRW erhalten. Reinhard Bottländer ist ein ausgewiesener Pferdefreund und Pressewart des Reitervereins Dortmund West.

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