Balkan Blues von Petros Markaris, 2005, DiogenesBalkan Blues.
Erzählungen von Petros Markaris (2005, Diogenes - Übertragung
Michaela Prinzinger).
Besprechung von Jdl in Neue Zürcher Zeitung vom 24.9.2005:

Balkan Blues

«Athen», sagt Petros Markaris' Kommissar Charitos, «ist aufgrund der Lebensumstände die christlichste Stadt der Welt: Der Weg zum Himmelreich führt durch den Schwefelpfuhl.» Durch den bedrohlichen Organismus einer Stadt führt der Leiter der Athener Mordkommission mit auskunftsfreudigem Engagement. Petros Markaris, in Istanbul geborener und in Athen lebender Schriftsteller, schickt ihn in seinen Büchern ins Revier einer blühenden Multikultur. Dass Charitos im neuen Erzählungsband «Balkan Blues» nur am Rande vorkommt, tut der Sache keinen Abbruch, denn das Thema bleibt gleich. Kleine Verbrecher und Mafiosi, hilflos Verliebte und trickreiche Bettler stellt Markaris ins Zentrum eines heutigen Athen, dessen euphorischer Taumel zwischen Fussball-EM und Olympischen Spielen nicht über die Schicksale in dieser Stadt hinwegtäuschen soll. Markaris' lebenspralle Geschichten handeln von Underdogs, die sich über Wasser halten wollen; von Zuwanderern, die in Athen ihr Glück versuchen, so wie die am Schnittpunkt der Welten gelegene Stadt seit Jahrhunderten mit ihnen ihr Glück zu machen hat. «Balkan Blues» erzählt keine traurigen Geschichten, sondern mit feinem Witz und hohem Tempo von der anhaltenden Trauer einer Stadt.

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