Auswertung der Flugdaten von Thomas Kling, 2005, DuMont

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Auswertung der Flugdaten.
Gedichte von Thomas Kling (2005, DuMont).
Besprechung von Michael Braun in Neue Zürcher Zeitung vom 2.03.2005:

Alles ins Fliessen gebracht
«Auswertung der Flugdaten» - Gedichte von Thomas Kling

«Dichtung: Das kann eine Atemwende bedeuten.» Auf diese poetologische Sentenz Paul Celans wird man zurückverwiesen, wenn man in diesen Tagen das Abenteuer der Lektüre von Thomas Klings Lyrik auf sich nimmt. Wer diese erschütternden neuen Gedichte Klings liest, der gerät auf eine Hadesfahrt ohne Aussicht auf Erlösung. Ihre poesie- und hoffnungsstiftende Atemwende haben sich diese Gedichte des Bandes «Auswertung der Flugdaten» in einem ganz existenziellen Sinne erkämpft: gegen das Verstummen - und gegen das drohende Ersticken.

Am Anfang dieses faszinierenden Buches steht der grosse «Gesang von der Bronchoskopie», ein ergreifender, an Todesahnungen rührender Gedichtzyklus, in dem das lyrische Subjekt seine Lage «am rande der grube» reflektiert. Es sind Gedichte von der kühlen medizinischen Erkundung und Durchleuchtung des Körpers, Gedichte eines schwer Versehrten, der den für seine Dichtung typischen kulturarchäologischen Blick auf sich selbst richtet. Der Leib des lyrischen Subjekts erscheint nicht als bloss physisches Objekt der medizinischen Visite, sondern als Geschichtsmaterie, der Eingriff in den Körper firmiert als geologisches Experiment. Der Atemraum des Ich wird dabei mit Metaphern des Bergbaus beschrieben. An gleich zwei Stellen dieses Zyklus wird ein Zusammenhang hergestellt zwischen dem moribunden Ich und der romantischen Sage vom toten Bergarbeiter im schwedischen Falun. Diese u. a. von Johann Peter Hebel und E. T. A. Hoffmann aufgegriffene Geschichte erzählt von der wundersamen Unversehrtheit des toten Körpers im Erzbergwerk, wo er ein halbes Jahrhundert in «Vitriolwasser» lagerte.

Spracharchäologie

Im «Gesang von der Bronchoskopie» porträtiert sich das lyrische Ich nun als «stollenbahrer», verbannt in den «lungenschacht», wo das Subjekt «zum Erliegen kommt». Es dominiert eine Sprache des Schmerzes, in der sich nüchternes medizinisches Fachvokabular mit kühner Metaphorik verbindet. Da ist in riskanter Verschmelzung disparater Bildsphären vom «bahreliegen / unter heimeligem stammheimdeckenmond» die Rede, an anderer Stelle vom «atemtelegramm» und vom «heiseren gebell» des Moribunden. Und in den «lungenschacht» hinein stossen die medizinischen Apparaturen - die in diesem Fall bergmännischen Werkzeugen, so etwa dem «gezähe», gleichen: «‹mein handwerkszeug kann mir brot und tod geben!›, spricht der doctor, / der doctor, und nimmt sein gezähe zur hand. Füllt vorher den muthzettel aus. / und nimmt sein gezähe zur hand. der doctor teuft ein - unser allwissend, doctor / hall-weisend, doctor halb, doctor alpwissend, du, eintäufer rein, rein stocher / -stocher in meine gestochene, wie scharf gebeizte lunge. / wie soll man sich fühlen, wenn man am rande der grube steht?»

Die für seine jüngeren Gedichte so charakteristische geologische Perspektive forciert Kling auch in der somatischen Selbsterkundung. Das Graben in alten Wortschichten, das archäologische Schürfen und Buddeln in den «Mergelgruben» der europäischen Kulturgeschichte, wird zum dominanten Zeichen seiner Körper-Poesie. In seinem Gedichtband «Sondagen» von 2002 hatte Kling in alten Zauberliedern und Hexensprüchen nach den magischen Anfängen der Dichtung geforscht. Die kunstvolle Vermischung alter und neuer Bildsphären, die gezielte Konfrontation von frühgeschichtlichem und modernem, medientechnologischem Material brachte Gedichte von hypnotischer Suggestivität hervor.

Auch im neuen Band «Auswertung der Flugdaten» gelingen Kling Bildfügungen von intensiver Leuchtkraft. Wie in den «Sondagen» verläuft die chronologische Struktur dieser Gedichte rückwärts: Von der körperlichen Ausgesetztheit des Ich in der Gegenwart führt der Weg im Wechsel von Gedicht und Essay ins Mittelalter, dann in die kulturelle Frühgeschichte und schliesslich in den mythischen Urgrund des Menschengeschlechts. Emphatische «Vorzeitbelebung» betreibt Kling dabei in der sympathetischen Anrufung von Rudolf Borchardt und Stefan George, zwei Portalfiguren bei der erhabenen Wiedergewinnung der antiken Mythologie.

Virtuose Kombinatorik

Hatte Thomas Kling seine geistige Herkunft bisher immer aus den sprachreflexiven Traditionen der Wiener Avantgarde abgeleitet - unter Einschluss dissidenter Barock-Autoren wie Georg Philipp Harsdörffer und Athanasius Kirchner -, so situiert er sich nun in der Nähe der entschieden antimodernistischen Grenzgänger Borchardt und George. So staunt man nicht wenig, wenn diese Geistesaristokraten, an mehreren Stellen als «Oberbescheidwisser» verspottet, zu den artifiziellsten Handhabern des «steinalten Präzisionswerkzeugs» Gedicht erhoben werden. Danach erkundet der Blick des lyrischen Historikers Kling die «anachoretische Landschaft» des Isenheimer Altars von Matthias Grünewald, schweift ab zu einem der frühesten Kulturzeugnisse der Menschheitsgeschichte, der Himmelsscheibe von Nebra - und landet bei den sibyllinischen Orakeln.

Bei einem grossen Dichter wie Thomas Kling bleibt die «Vorzeitbelebung» nicht im Modus raunender Andeutung stecken. An Exempeln aus unterschiedlichsten Epochen - von Hildegard von Bingen über das finnische Kalevala-Epos bis hin zu Stefan George - wird über die Wahrnehmungstechnik von Gedichten und über den Vorrang visueller oder akustischer Momente nachgedacht. «Es geht darum», so der Autor kürzlich in einem Interview, «dass die alten Wortschichten untereinander zum Glimmen gebracht werden.» In seinen neuen Gedichten und Essays ist es Thomas Kling gelungen, alte Stoffe der Vorzeit und neueste Fundstücke aus der Medienwelt dank einer virtuosen Sprachkombinatorik in grosse Reibungshitze zu versetzen: «rotglut der bilder. aufschmelzungen. / und alles - alles / ins fliessen gebracht: / in meiner bildschmiede, / schildschmiede. / Seit sonnenaufgang bin ich - Vulcan.»

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Auswertung der Flugdaten von Thomas Kling, 2005, DuMont2.)

Auswertung der Flugdaten.
Gedichte von Thomas Kling (2005, DuMont).
Besprechung von Ina Hartwig aus der Frankfurter Rundschau, 11.5.2005:

Wo Doktor Alpwissend keinen Zutritt hat
"Auswertung der Flugdaten", der letzte Band mit Gedichten und Essays des im April viel zu früh verstorbenen Dichters Thomas Kling

Der von Thomas Kling vor seinem Tod noch fertiggestellte Band Auswertung der Flugdaten wird eröffnet mit dem "Gesang von der Bronchoskopie", einem Zyklus von sieben Gedichten, die Einblick gewähren in die Erkrankung des Dichters. Thomas Kling hatte sich entschieden, mit der Diagnose - Lungenkrebs - offen umzugehen. Offen heißt: mit seiner ihm eigenen Sprache auf die aussichtslose Situation zu reagieren. Die Krankheit als Material betrachtend, konnte Thomas Kling weitermachen, mit "heiserer Stimme", wie es im Motto von Ludwig Bechstein über "Gevatter Tod" sicherlich nicht zufällig heißt. Denn Klings Stimme, die einmal so wirkmächtig war, so virtuos modulierend und fordernd, diese Stimme, das Instrument seiner legendären Performances, war ihm abhanden gekommen.

Für einen Dichter, der sich immer schon für die Apparate und deren semantische Verschaltungen faszinierte, werden die medizinischen Geräte zur Herausforderung eines poetischen Projekts, das Verzweiflung und Panik bannen will: "wenn diagnose steht ersma' - frantic." Kling taucht ab in den "lungenschacht". Im Krankenhaus "zu Neuss am Rhein" erkennt er nicht nur den Hochmut der Ärzte - "unser/allwissend doktor", "doktor alpwissend" -, sondern auch die Schichten der Poesie, mit denen er sich wappnet, das ist klar: Zu dieser Sphäre hat Dr. med. Alpwissend nämlich keinen Zutritt; im Unterschied zu den Schwestern, denen Kling einen klösterlich-milden Touch verleiht, wenn es etwa heißt: "alle viertelstunden kommt//eine knappin vorbei, schiebt eine lore,/ausm OP übern flur, auf denen gebraucht,/im hellen schleim, gebrauchsschleim//liegt schlauchiges gezäh im schlamm,/liegt obenhin in linnen dürftig eingeschlagen:/dass Du's, mein kind, auf diesem flur//gut/sehen kannst./für die unsaubere seite."

Du, mein Kind: Das dürfte die Stimme der Mutter sein. Angesichts des "Diagnosezeugs", wie Kling die schleimigen Abfälle aus dem Operationssaal nennt, scheint der Dichter sich selbst mit der Stimme seiner Mutter beschwichtigen zu wollen, oder besser: trösten, beruhigen zu wollen. Eines der Gedichte des vorliegenden Bandes ist Heidi Kling (1927 - 2005) gewidmet, seiner Anfang dieses Jahres, wenige Monate vor ihm selbst, verstorbenen Mutter. Mit ihr, einer Deutschlehrerin, habe Kling eine enge, auch eine enge literarische Beziehung verbunden, ist aus dem Umfeld des Dichters zu hören. Besonders Paul Celan habe zwischen Mutter und Sohn eine wichtige Rolle gespielt.

Einmal aufmerksam gemacht, sind in der Tat erhebliche Anleihen der Celan'schen Poetik bei Kling zu entdecken: "da, körnig:/am hang das speismohn-gärtchen./wo höhen luft mich kirret, dich gleich mit." Celans "Mohn und Gedächtnis" läuft quasi als Hintergrundmusik. Auch lassen sich die enigmatischen Anfangsverse von Klings Gedicht "Arnikabläue" (aus dem Zyklus "Gesang von der Bronchoskopie") in Hinblick auf ein Celan-Motiv entschlüsseln: "so fran-/st grafit das hochgebirge aus mir:/den kopf, die abzählbaren kuppen." Das Hochgebirge in mir? Könnte das nicht wiederum das Gebirge des Wanderers Lenz sein? Lenz im Gebirg', Celan im Kopf: Die Verbindung wäre dann als Allegorie der Sprachfindung bedroht, nämlich "gefranst" durch "frantic", durch Panik. Fransen, ausfransen; Wortspiele, Wortzerteilungen, prosodisch (neu)geordnet: auch das ein Erbe des Granit- und Grafitarbeiters Celan, ein Erbe, das Kling mit dem der Wiener Schule -Mayröcker, Jandl - mühelos zu vermengen weiß.

Das seiner Mutter gewidmete Gedicht heißt "Bärengesang": eine melancholische Sprachlehre in drei Strophen, eine Kinderethymologie, versetzt mit Märchen-, Bibel- und Traummotiven. Auch wenn der Band Auswertung der Flugdaten die beiden Gedichte auseinanderreißt, dazwischen liegen mehr als hundert Seiten, so korrespondieren doch der "Bärengesang" der Mutter mit dem "Gesang von der Bronchoskopie" des Sohnes in ergreifender Weise. Eindeutig geht aus dem "Bärengesang" hervor, dass die Mutter die Sprachlehrerin, ja eigentlich die Sprachkünstlerin war: "Ich kannte alle worte/für kralle, magen, mund und kopf./für bärenkralle, bärenmagen,/bärenzungenspitze,/für meinen bärenkopf./die kenn ich nun nicht mehr./die brauch ich nun nicht mehr." Nicht den kleinen, den "Großen Tod des Bären=ich" starb seine Mutter. Ingeborg Bachmanns "Anrufung des Großen Bären" klingt an, das berühmte Gedicht jener Dichterin, die wiederum mit Celan eine innige Beziehung unterhielt.

Ein Nachlass zu Lebzeiten

Im Ganzen betrachtet, ist Auswertung der Flugdaten weit davon entfernt, ein homogenes Buch zu sein, zu unterschiedlich sind die Themen und Textsorten. Man liest es vielmehr als Nachlass zu Lebzeiten: Gedichte und Gedicht-Zyklen aus Klings letzter Schaffensperiode sind untergebracht, aber auch zwei längere Prosatexte, darunter ein Düsseldorfer Vortrag "Zum Gemäldegedicht" - Kling hat etliche Gemälde emblematisch be- und verdichtet. Besonders jedoch ragt der Essay "Projekt ,Vorzeitbelebung'" heraus.

Dieser vierzigseitige Text umkreist in kurzen bis kürzesten, mehr oder weniger wilden Abschnitten ein von Rudolf Borchardt vorgegebenes Thema, nämlich dessen Versuch, Euripides' Bakchen sich für die eigene Gegenwart anzueignen. Euripides' letztes Stück handelt von der ekstatischen Feier städtischer Frauen jeden Alters, die sich zur Feier des Gottes Dionysos in einem Wald zusammengefunden haben und heimlich von einem Hirten belauscht werden. Borchardts Bacchische Epiphanie entstand zwischen 1901 und 1912; Kling bezeichnet sie als "Re-Konstruktion einer solchen Göttererscheinung" respektive als "Vorzeitbelebung". Dieser Terminus Borchardts hat es Kling angetan, bei aller Distanz zu dessen "Oberbescheidwisser-Attitüde". Gemeint ist mit Vorzeitbelebung das "Andocken" (Kling) an antike und hochmittelalterliche Literaturen. Abgesehen vom Sujet der Ekstase, das dem Mentalitätsforscher und Zutiefst-Rheinländer Kling natürlicherweise am Herzen liegt, betrifft die Übersetzung - einer Epoche in eine andere - auch seine eigene Arbeitsweise im Kern.

Einen hohen Anspruch hatte Thomas Kling, und konnte doch den hohen Ton nicht leiden. Ein formales Problem ist die Folge, das er durch schroffe Abrenzung und pathetische Bekenntnisse in den Griff zu bekommen versuchte. Seine Feinde unter den Dichtern heißen Rilke (vor dessen "Kitsch-Attacken" man nie sicher sei), Valéry ("gravitätischer Weihrauchschwenker") und Grünbein ("Sandalenfilme aus den Grünbein-Studios"). Die Feindschaft zu seinem Zeitgenossen - und Konkurrenten - verblüfft, denn so verschieden sind Grünbeins und Klings dichterische Vorhaben keineswegs, nämlich die gesamte Literaturgeschichte, etliche Epochen und Sprachen zu durchdringen. Beide sind wildentschlossen, der abendländischen Bildung und ihren akademischen Repräsentanten die Stirn zu bieten. Und holen sich bezeichnenderweise vor allem in ihren Prosaarbeiten einige Beulen; dort also, wo Darstellung und Argumentation der Poesie leichter in die Quere kommen als im Gedicht.

So kommt es, dass Klings Text über Borchardts "Antikenverwaltung" teilweise genial glückt - wenn er seine Einsichten in die unnachahmliche Schnodderigkeit kleidet; teils bleiben die Ausführungen etwas belehrend. Der Ton ist nicht einheitlich. Dennoch bleibt die Annäherung spannend, auch deshalb, weil sie sich an der Feindschaft zwischen Stefan George und Rudolf Borchardt weidet. Das gibt der Sache Pfeffer. Und die Sympathien sind klar verteilt. Mit George, dem er bereits einen seiner besten Essays widmete ("Leuchtkasten Bingen" aus dem Band Botenstoffe), verbindet Kling neben dessen Dichtung, an der er sich schulte, auch Biographisches. Beide stammen aus Bingen im Rheingau. 1957 ebendort geboren, aufgewachsen in Düsseldorf, blieb Kling seinem und dem Geburtsort Stefan Georges (und der Wirkungsstätte der Hildegard von Bingen, für die in diesem Band ebenfalls ein Text reserviert ist) verbunden.

Sein upgedateter Stefan George ist ein Gastwirtssohn, der gern trinkt und den rheinhessischen Slang spricht. Dessen "Bodenständigkeit" sei seine "Geheimwaffe" gewesen: "So konnte Rudolf Borchardt einem George gegenüber unmöglich punkten", freut sich Kling. Borchardt sei dagegen hasserfüllt gewesen, schwulenfeindlich - siehe dessen späte Aufzeichnung Stefan George betreffend - und von karrierehinderlichen, gestelzten Umgangsformen. Also lautet Klings Resultat: Überlegenheit Georges in weltlichen Dingen - aber nicht unbedingt Unterlegenheit Borchardts in poetischen Dingen: "Borchardt ist gerade in seinen Bakchen ein Sprachmacher - ein außergewöhnlicher Sprachmacher."

Hervorgehoben sei noch Klings subtiles Gemäldegedicht zu Matthias Grünewalds Isenheimer Altar, das sich in diesen intellektuell-papstfrömmelnd-restaurativen Zeiten wie ein vorweggenommener Widerspruch liest, und nicht nur ein ästhetischer Widerspruch. Papst Benedikt XVI. interpretierte Grünewalds Kreuzigungsbild von 1516 als "Realismus des Leidens bis zum Äußersten radikalisiert", als Einladung zur "inneren Meditation von Christi Weg". Bei Kling heißt es über dasselbe Bild: "Dein antlitz: mein dreckig/Schweißverschmiertes, wenn ich/Es denn verstecken muß? Das meine."

Die Theorie zu seiner christlichen Leidenspoetik liefert Kling in einem kurzen Text, "Jagdzauber", den man in diesem reichhaltigen Band nicht übersehen sollte: "Ja, das Gedicht braucht, wie das Gemälde, den ,schmutzigen Daumen' (. . .). Und unter seinem Nagel darf und muss ein Blutrest sein. Denn: daß das Gedicht sehr wohl, auf diese letztlich dokumentierende Art, die Funktion des (selbstverständlich didaktikfreien) Blutzeugen erfüllen kann, steht für mich außer Frage." Selbstverständlich didaktikfrei? So selbstverständlich ist das nicht. Umso mehr sind wir Thomas Kling, der am 1. April mit 47 Jahren gestorben ist (s. FR vom 4. April), zu Dank verpflichtet.

Überwältigend aber ist vor allem jener entwaffnende Humor, den der Dichter nicht einmal verlor, als er "op bahre" gestemmt wurde, "als heckenpennes im krankehus". Dies Dialekt-Gedicht aus dem "Gesang von der Bronchoskopie" heißt ebenso passend wie todtraurig: "Ach je".

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