Aufforderung zum Tanz, Briefwechsel zwischen Christine Westermann und Jörg Thadeusz, 2008, KiWiAufforderung zum Tanz - Eine Zweiergeschichte.
Ein Briefwechsel zwischen zwei Journalisten von
Christine Westermann und Jörg Thadeusz (2008, Kiepenheuer & Witsch).
Besprechung von Michael Brandhoff in der WAZ vom 11.4.2009:

Ein ungewöhnliches Paar
Christine Westermann und
Jörg Thadeusz haben sich Briefe geschrieben. Diese wurde zunächst als Buch und jetzt auch als szenische Lesung veröffentlicht

So ist das in Deutschland: Wenn ein junger Mann eine Beziehung zu einer älteren Frau hat, ruft das immer noch bei vielen Menschen Kopfschütteln hervor (andersherum wird es indes akzeptiert). Jörg ist so ein junger Mann, Thadeusz heißt er weiter. Seine Beziehung heißt Christine – Christine Westermann.

Bei den beiden handelt es sich nicht um eine normale Beziehung. Nein, sie schreiben sich Briefe. Tauschen Belanglosigkeiten und Intimitäten aus, sprechen große Themen und kleine Problemchen an. Gemeinsam haben sie auf diese Art ein Buch geschrieben: „Aufforderung zum Tanz" (KiWi, 204 Seiten). Gemeinsam haben sie ihren Austausch als szenische Lesung aufbereitet – und auf CD gesprochen (Mundraub, 260 Minuten).

Christine Westermann und Jörg Thadeusz haben sich bei der WDR-Kultsendung „Zimmer frei!" kennen gelernt. Sie, die Moderatorin; er, der Außenreporter. Sie, Jahrgang 48; er, Jahrgang 68. Sie, ehemals ZDF-„Drehscheibe" und „Aktuelle Stunde"; er, früher Eins Live und heute MDR.

Sie mögen sich, das hört man aus jeder ihrer Zeilen heraus. Ja, sie bewundern sich. Charmant sind die Texte, Pardon, die Briefe, mal komisch, mal literarisch.

Gleich zu Beginn schwadroniert Frau Westermann darüber, welche Gesichtshälfte des Herrn Thadeusz denn nun seine fröhliche ist (die rechte). Später geht es um Liebe („Wenn etwas zwischen zwei Menschen schiefläuft, kann es dann nicht daran liegen, dass einer von beiden eine ziemliche Pfeife ist?"), die eigene Beerdigung („Der Tag X, an dem sympathische Menschen Streuselkuchen essen, weil ich wegen Todes bis auf Weiteres verhindert bin, kommt gewiss."), und ähnliches.

Das Zuhören verursacht Schmunzeln. Nachdenken. Gar Genuss? Jawohl! Christine Westermann

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.waz.de]

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