Auf der großen blauen Straße von Galsan Tschinag, 2007, Unionsverlag

Auf der großen blauen Straße.
Roman von Galsan Tschinag (2007, Unionsverlag).
Besprechung von Kurt Tetzeli aus der NRZ vom 18.7.2007:

Ein deutscher Erzähler aus der Mongolei 

Galsan Tschinag veröffentlicht einen Querschnitt durch sein Schaffen. Der schmale Band versammelt gut zwanzig, meist sehr kurze Texte aus den letzten zwanzig Jahren. Es scheint, dass der Autor in ihm die Mannigfaltigkeit seines schriftstellerischen Vermögens beispielhaft vorstellen möchte. Galsan Tschinags Leben und Tun ist in der Tat mannigfaltig: Im Westen der Mongolei, im Hohen Altai geboren, ist er heute dort Oberhaupt und Schamane seines Stammes, der Tuwa. In DDR-Zeiten studierte er Germanistik in Leipzig und arbeitete später als Dozent und Schauspieler. Er schreibt vorwiegend auf Deutsch und begibt sich alljährlich auf längere Lesereisen.

All dies hat deutliche autobiographische Spuren in seinen Texten hinterlassen - bis hin zur stolzen Beschreibung der eigenen Kinder ("Hirnmaden"). Zum Autobiographischen gesellen sich das Parabelhafte ("Der Anfänger"), das Sozialkritische ("An einem Maientag"), das Anekdotische ("Auf der Heimreise"), das Besinnliche ("Auf der großen blauen Straße"), gesellen sich Naturbetrachtungen ("Kalendergeschichten von einem Jahr"), Spruchweisheiten ("Die Tuwa sagen"), Kurzgeschichten ("Agiro und das große Blau"). Es steht zu vermuten, dass wer so Vieles bringt, manchem etwas bringen wird.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.nrz.de]

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