Auf Amerika.
Roman von Bernd Schröder (2012, Hanser).
Besprechung
von Alma Svaldi aus Rezensionen-online *LHW.Lesen.Hören.Wissen*, 2012:

"Auf Amerika" spielt in einem kleinen Dorf im Bayern der Nachkriegszeit.

Ein kleiner Junge kommt mit seinen Eltern als Flüchtling aus Berlin nach Hausen und wächst dort auf. Die Mutter stammt aus gutem Haus und wird sich in ihrer neuen Heimat nie zugehörig und wohl fühlen. Der Vater ist ein Schwätzer und Taugenichts mit Nazivergangenheit, der immer wieder neue Plänen und Ideen hat, wie er zu Geld kommen könnte. Das Kind passt sich an und verbringt eine glückliche Kindheit in den engen Grenzen und Traditionen des Dorfes. Sein einziger Vertrauter ist der Knecht Veit, von dem niemand weiß, woher er kommt, der ein zufriedenes Leben führt und den Fragen der Dorfbewohner über seine Herkunft mit einem Lächeln und Schweigen begegnet. Als er ein einziges Mal einen Brief bekommt, vermuten die Dorfbewohner eine Erbschaft. Nachdem Veit daraufhin für zwei Wohnen verschwindet, ist man überzeugt, dass er in Amerika war. Fortan wird er auch von den Wirtsleuten, bei denen er Knecht ist, besser behandelt, hat er doch keine Erben. Wie es seine Art ist lässt Veit das zu und behält sein Geheimnis bis zum Schluss. Die vielen Geschichten und Erinnerungen vermitteln ein Bild des Dorfes und seiner Bewohner in den Nachkriegsjahren und den Wandel im Laufe der Zeit. Durch kleine Episoden aus dem Alltagsleben begleitet man den Jungen über die Jahre seiner Kindheit und Jugend. Schröder zeichnet in seinen Kindheitserinnerungen eine Gemeinschaft, wie es sie heute nicht mehr gibt. Als er nach vielen Jahren wieder das Dorf besucht, trifft er nur mehr wenige Bewohner an. Die meisten haben nach dem Bau des Münchner Großflughafens ihre Höfe und Häuser aufgegeben und sind weggezogen. "Auf Amerika" ist eine unterhaltsame und humorvolle Geschichte mit viel Situationskomik und ein Gesellschaftsbild der Nachkriegszeit.

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