Am
falschen Ort.
Biografie von Edward
W. Said (2000, Berlin-Verlag - Übertragung von Meinhard Büning).
Besprechung von Martin Ebel aus Die Welt vom 12.8.2000:
Nicht am Verlorenen kleben und von Unmöglichem träumen sollten seine Landsleute, sondern Israel als Herausforderung begreifen, sich seine Effizienz als Vorbild nehmen. Den Israelis - und dem Westen - wiederum wirft er vor, die Tragödie der Palästinenser zu verdrängen und beharrt darauf, dass die Existenz des Judenstaats "auf den Grabsteinen einer anderen Gesellschaft" ruht. Für die Massenflucht in Folge des Krieges von 1948 gebraucht er gar den Begriff "ethnische Säuberung". Said hat aber auch im vergangenen Jahr in Weimar zusammen mit Daniel Barenboim ein israelisch-arabisches Musikertreffen organisiert, wie um zu zeigen, dass man Stühle auch zusammenrücken kann.
Im vergangenen Herbst hat das konservative jüdische Monatsmagazin "Commentary" versucht, diese unbequeme Stimme zum Schweigen zu bringen: indem es sie diskreditierte. Said, so schrieb der amerikanische Journalist Justus Weiner nach ausgiebigen Recherchen, sei gar nicht, wie immer behauptet, ein palästinensischer Flüchtling, sondern in luxuriösen Verhältnissen in Kairo aufgewachsen. Saids Replik: Er habe nie behauptet, selbst vertrieben worden zu sein, sondern immer vom Leiden seines Volkes gesprochen. Ihm dieses Recht und seine Position mit Verweis auf seine Herkunft zu bestreiten, ist in der Tat ungefähr so sinnvoll wie der Vorwurf an Marx und Lenin, keine Proletarier zu sein... Fortsetzung
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