TonSatz-  Als wir uns trafen, 2001, Mauer-VerlagAls wir uns trafen.
Gedichte von Christiane Schwarze (2001, Mauer-Verlag).
Besprechung von Karin Soltani, Medienbüro In Worten, Düsseldorf, Februar 2002 für die Rezensionen-Welt:

Tonsatz: Als wir uns trafen

Was bleibt, ist heitere Gelassenheit und lebensbejahender Optimismus. Behutsam bewegt sich das Duo TonSatz auf leisen Sohlen zwischen den Welten Musik und Literatur, Klavierspiel und Lesung. Mit ihrem Debüt-Album beim Mauerverlag „Als wir uns trafen“ liefern die Schriftstellerin Christiane Schwarze und die Pianistin Eva Batt keine Mogelpackung ab, sondern die perfekte Symbiose zwischen Ton und Satz. Um die Aufmerksamkeit des Zuhörers auf ihr Werk zu lenken, bemühen die beiden Künstlerinnen in ihrem literarischen Notenbuch weder abgedroschene politisch korrekte Phrasen noch hochdramatische Klavieretüden.

Leichtigkeit gibt den Ton an. „Ich leih mir von der Sonne ein paar Strahlen und übe damit Jonglieren und Feuertanzen.“ Mit lebevoller Verspieltheit schärft Christiane Schwarze den Blick für die unkomplizierten Schönheiten des Lebens. Und wenn sie „Das Gespräch“ vorträgt, brandet es einem wie „Gischt über die Schulterblätter“. Eva Batts Klavierkompositionen bilden – im Wechsel zum gesprochenen Wort – den Rahmen für die Auszüge aus Christiane Schwarzes Büchern, treiben die Innenschau noch weiter voran.

Wer sich Zeit für Tonsatz nimmt, nimmt sich Zeit für sich selbst. Wird angeregt, die eigenen Gefühle ernst zu nehmen, dem Wesen der Ängste auf den Grund zu gehen und den dunklen Wolken der Melancholie die Chance zu geben, sich vom traurigen Grau in lebendiges Himmelblau zu verwandeln.

Liest Christiane Schwarze im ersten Teil der CD Gedichte aus ihren Büchern „Und zum ersten Mal liebt sie sich selbst“ und „Meine Tage wurden wie schimmernder Opal“, so hat sie den zweiten Teil für den Kurzkrimi „Mit meinen Freundinnen“ reserviert. Nicht zuletzt vom eigenen Schicksal inspiriert, entwickelt die 41-jährige Erzieherin und Logopädin, die seit dem Unfall körperbehindert ist, die Geschichte eines eigenwilligen, nicht ganz legalen, aber dennoch gerechten Aktes der Zivilcourage. Mit dem Wissen um die Behinderung der Autorin aus Homberg/Ohm, die seit 1999 für ihre Kurzgeschichten, (Kriminal-)Erzählungen, Märchen für Erwachsene und Lyrik mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet worden ist, fühlt man sich aufgerufen, sich nicht von Normen geradebiegen zu lassen, sich nicht an gängige Ansichten anzupassen.

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