Alles Zirkus von Lars Brandt, 2012, HanserAlles Zirkus.
Roman von Lars Brandt (2012, Hanser).
Besprechung von Martina Schürmann aus der WAZ vom 10.3.2012:

Lars Brandt und der literarische Krisen-Zirkus

Mit den Clowns kommt diesmal die Krise: Walter Tomm hat rote Haare, regelmäßige Anflüge von Melancholie und irgendwann diese fleischfarbene Duschhaube auf dem Kopf. Nachts schleichen sich zudem immer öfter diese skurrilen Gestalten mit ihren roten Knubbelnasen in seine Träume. Dann finden sich in seinem E-Mail-Fach auch noch Angebote für "hochwertigen Narrenbedarf". Wäre die Lage nicht so ernst, Walter könnte eigentlich nur lachen.

Lars Brandt, der mittlere Sohn von Ruth und Willy Brandt, hat mit "Alles Zirkus" einen kleinen Roman über die großen Zweifel unserer Zeit geschrieben. Während Walter, der Werbefachmann, der mal Raketen gezeichnet hat, irgendwann nur noch Niedergang und Krise sieht, sucht seine Frau Trixi, Dokumentar- Filmemacherin, ihr Heil in der Kunstgeschichte. Zwei Menschen, die irgendwann merken, dass sie an einen falschen Ort  und in einem falschen Leben gelandet sind. Vielleicht sogar beim falschen Partner?

Brandt, der nach Auftritten als Filmemacher und Maler 2006 mit einem Vater-Erinnerungsbuch erstmals literarisch auf sich aufmerksam machte, hat ein schmales und kluges, privates und poetisches Buch zur Lage der Nation geschrieben. Sprachlich gewandt und kunstbeflissen wechselt "Clowns" die Humorebenen und Erzähl-Perspektiven und tritt dabei nur gelegentlich thematisch etwas auf der Stelle.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.waz.de]

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