Alles Mafia von StephanMaus, 2000, RowohltAlles Mafia.
Roman von Stefan Maus (2000, Rowohlt).
Besprechung Barbara Tumfart aus Rezensionen-online *Sz*, November 2001:

"Alles Mafia!" ist der zweite Roman des aus Berlin stammenden jungen Autors Stephan Maus. Das Buch ist eine Collage aus Zeichen, Slogans und bombardiert den Leser mit einer fulminanten Mischung aus unterschiedlichen Sprachstilen und Sprachebenen. Die eigentliche Handlung ist überdeckt mit einer einzigartigen Überflutung an Sprichwörtern, Metaphern und Wortkombinationen. Die Hauptperson Nina ist zugleich das erzählerische Ich und präsentiert dem Leser kurze sequenzartige Einblicke in ihr Leben, welches einem unendlichen Chaos gleicht. Ihre Beziehung zu dem undurchsichtigen Zigarettenschwarzhändler Thanh aus Vietnam wird in surrealen und fragmentarischen Bildern geschildert, die Figuren selbst und ihre Persönlichkeit bleiben unerforscht und dem realen Leben weit entfernt. Nina wird durch diese Liebesbeziehung in diverse Mafiageschäfte verwickelt und in einen Strudel aus Brutalität und Undurchsichtigkeit gezogen, in dem sie allmählich den Überblick und die Orientierung verliert.

Maus wirkt mit seiner Sprache der Suche des Lesers nach Information entgegen und spiegelt damit die allgegenwärtige Reizüberflutung in unserer heutigen Welt wider. Ninas Verlorenheit und Verwirrung drückt sich in einer beispiellosen Collage von Werbebotschaften, Politikerphrasen und abgedroschenen Redewendungen aus. Der Text ist in seiner sprachlichen Konzeption hochinteressant, obgleich er stellenweise etwas zu gekünstelt und zu konstruiert wirkt. Ein experimenteller Roman für geübte und sprachlich interessierte Leser.

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