Ali und Nino von Kurban Said, 2000, UllsteinAli und Nino.
Roman von Kurban Said (2000, Ullstein).
Besprechung von Barbara Tumfart aus Rezensionen-online *Sz*, Juli 2002:

Dieser erstmals im Jahre 1937 in Wien erschienene Roman spielt in Aserbaidschan am Kaukasus und erzählt die Liebesgeschichte zwischen dem muslimischen Adeligen Ali und der Christin Nino in der Stadt Baku. Obwohl Religion und Sitte diese Verbindung verbieten, erlangen die beiden Liebenden die Einwilligung ihrer Väter. Kurz vor der lang ersehnten Hochzeit wird Nino von einem vermeintlichen Freund und Vermittler Alis entführt. Ali erdolcht den Nebenbuhler in übermächtigem Zorn und könnte nach islamischem Recht auch seine Braut töten. Doch seine Liebe ist stärker und statt dem Racheakt kommt es zur versöhnenden Eheschließung.

Der Fortgang der Geschichte lässt die beiden Jungvermählten allerdings nicht zur Ruhe kommen und vor dem Hintergrund der russischen Revolution müssen sie mehrmals flüchten, bis sie endlich wieder in ihre Heimatstadt zurückkehren können. Die ersehnte Ruhe stellt sich aber nicht ein und die Gegensätze zwischen West und Ost, zwischen Orient und Okzident treten immer mehr in den Vordergrund. Angesichts eines drohenden Kampfes muss sich Ali endgültig zwischen Ehre und Liebe, zwischen Heldentum und Familie entscheiden.

Diese romantische und zugleich abenteuerliche Liebesgeschichte ist eingebettet in eine Vielzahl von Erzählungen aus dem Orient, reich an fremd klingenden Namen, an geographisch fernen Orten und an Weisheiten aus Tausend-und-einer-Nacht.

So faszinierend die Geschichte selber ist, so interessant ist auch das Geheimnis, welches die tatsächliche Autorenschaft umgibt. Kurban Said war wahrscheinlich das Pseudonym der vom Orient begeisterten österreichischen Baronin von Ehrenfels und des in Baku geborenen Juden Essad Bey alias Lev Nussimbaum - absolute Gewissheit wird man darüber aber vielleicht nie erlangen.

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