Acht helle Nächte.
Roman von André Aciman (2011,
Kein&Aber).
Besprechung von Britta Heidemann in der WAZ vom 2.7.2011:

"Acht helle Nächte“ Sommerglühen im Winter
Ein Ägypter aus New York erzählt über eine der heißesten Romanzen im Winter: André Aciman feiert in seinem klugen Roman „Acht helle Nächte“ ein Fest des ängstlichen Verliebtseins.

Schon beim Blick aufs Cover wird die Absurdität offenbar, mitten im Sommer dieses Buch zu empfehlen. Ein verschneites New York ist Schauplatz, Weihnachten und Silvester sind der Zeitrahmen, in denen „acht helle Nächte“ das Leben zweier Menschen durcheinanderwirbeln wie ein Schneesturm. Wer aber die winterlichen Äußerlichkeiten außer Acht lässt, wird belohnt mit einer der heißesten Romanzen dieses Jahres – schließlich weist der Titel auch auf die „weißen Nächte“ des Hochsommers hin.

Innerlich glühen Clara und der namenlose Ich-Erzähler, ein Zuschauer seiner selbst, dessen Zweifeln und Zögern die Liebe bedroht. Zwei junge, schöne, nicht arme Menschen kreiseln umeinander, wie man es nur in diesen Jahren tut, mit nichts beschäftigt als sich selbst. Sie lernen sich kennen bei einer Party. Und schon Claras erster Satz verschreckt den Erzähler: „Ich bin Clara, blitzartig herausgeschleudert, wie das Natürlichste von der Welt. Ich bin Clara bedeutete: Ich kenne dich schon, was wir erleben, ist nichts Alltägliches, und wenn du glaubst, das Schicksal habe hier seine Hand nicht im Spiel, solltest du dir das noch einmal überlegen.“

Schweigen und Erregung

Auf über 500 Seiten breitet Aciman, der 1951 in Ägypten geboren wurde und heute in New York lebt, jedes Detail einer Annäherung aus, deren Kern trotz allen Wortreichtums im Ungesagten liegt: „Wie immer – Schweigen und Erregung. Sprich nicht, wenn du es nicht weißt, sprich nicht, wenn du es weißt.“

Ein kluges Buch über das moderne Liebeswerben, über die Leidenschaften und Unsicherheiten der Jugend. Über Nähe und die Angst davor.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.waz.de]

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