BvS
- Beatrice von Stein fanden wir bei einem unserer Ausflüge im www.
Sie betreibt eine interessante Seite zum Thema erotische Literatur.
Ein Gespräch mit Beatrice von Stein aus
nachtwaertz.com:
1) Ist Beatrice von Stein Ihr echter Name?
Was, bitte, ist das: Ein „echter Name“?
Jede Frau kennt dieses Problem in dem Moment, wo man von ihr verlangt, „ihren“
Namen abzulegen und den des Mannes, den sie heiratet, anzunehmen. Ist der
Ehename dann ihr „echter“ Name? Ich denke die meisten Frauen würden mit „Nein“
antworten. Nicht in diesem Augenblick. Aber er wird dazu, je mehr sie sich mit
der neuen Rolle und mit ihrem Partner identifiziert. Neuerdings können sich aber
auch Männer identifizieren – mit dem Namen ihrer Frau.
In den nunmehr über acht Jahren, in denen ich erotische Märchen schreibe, bin
ich zu BvS geworden. Also: Ja, Beatrice von Stein ist mein echter Name!
2) Wie sind Sie zur Schriftstellerei gekommen?
Daran ist J.K. Rowlings schuld. Denn alles
begann in einem Gespräch mit meinem Mann, bei dem ich ihm mitteilte, dass ich
unbedingt zu Weihnachten den neuen Harry Potter haben wolle. Es war im Jahre
1999 und wir hatten gerade gelesen, dass Frau Rowlings gewissermaßen aus dem
Nichts heraus einen Bestseller geschrieben habe. Mein Mann meinte daraufhin, ich
solle es nachmachen, denn schließlich könne auch ich schreiben. Seither versuche
ich es!
3) Warum liegt der Schwerpunkt auf Erotik?
Leider habe ich nicht die überschäumende Fantasie meiner berühmten Kollegin –
und so habe ich mich für ein weniger umfangreiches Feld entschieden. :-)
Außerdem wollte ich auch ein Defizit ausgleichen, das es auf diesem Gebiet gibt.
Das meiste, was unter dem Namen Erotik firmiert, ist ja für Männer gerade noch
so verdaulich – zumeist ist es aber bestenfalls geil und/oder pornographisch.
Bedauerlicherweise gehen wir Frauen dabei immer leer aus. Das „Prickeln“ habe
ich fast immer vermisst. Und so versuche ich nun Erotik zu schreiben, die für
Frauen anregend ist - aber eben auch für Männer deutlich genug. Sozusagen eine
etwas unorthodoxe Mischung aus Hedwig
Courths-Mahler und Teresa Orlowski.
4) Ist alles Fantasie oder ist das eine oder andere auch real?
Fantasie? Doch ja! - Fantasy ist sogar mein heimliches Hobby. Ich liebe
es Geschichten zu schreiben, in denen die Liebste plötzlich wie Cinderella
verschwunden ist – natürlich erst nach einer heißen Affäre. Mein Mann hat’s
allerdings lieber realer. Für ihn müssen erotische Geschichten konkret möglich
sein. Ein „Engel“ würde ihm den Spaß verderben. Für die besagte Affäre hätte er
es lieber irdischer. – Oder haben Sie diese Frage etwa anders gemeint? ;-)
5) Wer ist Ihr Lieblingsautor und warum?
Einen Lieblingsautor im eigentlichen Sinn habe ich nicht. Es gibt keinen, von
dem ich alles mögen würde. Aber es gibt gewisse Bücher, die ich immer wieder zur
Hand nehme.
Wenn ich Trost brauche, dann ziehe ich mich in den Garten der Geister zurück -
zu den „Drei Lichtern der kleinen Veronika“ von Manfred Kyber.
Wenn ich mich vergewissern will, wie man als Frau mit Menschen, speziell mit
Männern umgehen sollte, dann nehme ich mir James Clavell zur Hand und stelle mir
vor, ich sei die Chinesin Mai-Mai mit ihrem Jahrhunderte alten Wissen um diese
Dinge, die ihren „Tai Pan“ liebt und leitet - zu seinem und ihrem Gewinn.
Will ich aber „nur“ meine Seele erbauen und in der Schönheit unserer Sprache
schwelgen, dann muss es „Faust“ sein, der Doktor. Denn wer trägt nicht wie der
große Dichter Goethe selbst „zwei Seelen
ach! in seiner Brust“?
6) Kann man Sie auch einmal life erleben?
Wenn „man“ mit mir verwandt ist oder eng befreundet – dann ja. Vielleicht auch,
wenn „man“ in Rom in meiner Nachbarschaft angesiedelt ist. Aber es gibt hier in
meiner näheren Umgebung eher wenige Deutsche – und kaum Italiener, die des
Deutschen so mächtig wären, dass sie meine Seite im WorldWideWeb kennen würden
und deshalb interessiert wären.
7) Gibt es auch gedruckte Titel von Ihnen?
Es gibt einige Anthologien, in denen meine Geschichten vertreten sind:
Zum Beispiel das neueste Jahrbuch der Erotik von „Mein heimliches Auge“.
Dann in einer Sammlung erotischer Texte der Buchhandlung Boccaccio in München:
„Wild nach deinem Erdbeermund“.
In einer von Melanie Berchem bei Bastei Lübbe herausgegebenen Anthologie: „Das
gewisse Prickeln“.
Und in einer Sonderausgabe Erotik, die entstand durch die Arbeit von Dieter Lang
und Helga Lindow bei Kurzgeschichten.biz : „nicht jugendfrei“
Zuletzt gibt es noch ein eigenes Buch, in dem man ausschließlich meine
Geschichten finden – on demand by lulu.com: „Geil⊃2;“ Zu finden bei Amazon.
8) Was macht BvS, wenn sie nicht schreibt?
Das, was jede andere Frau auch macht, wenn sie nicht gerade einem etwas
anrüchigen Hobby frönt: Ich denke, träume und arbeite, sorge für die Menschen,
die mir nahe sind, ich streite und trauere, weine und lache (besonders gern),
bin glücklich, dichte und sinne über meine nächste Geschichte nach… Kurz gesagt:
Ich liebe und lebe!
9) Eine Fee schenkt Ihnen 3 Wünsche...
Ich wünschte, die liebe Fee möge mir einen Verleger finden, der sich traut nicht
nur Porno unter die Menschheit zu bringen oder Blümchenromane, sondern eben das,
was es im richtigen Leben auch gibt. Heißen Sex gepaart mit Liebe, eben BvS!
Zum Zweiten würde ich gerne Erfolg haben und jede Menge Geld verdienen mit dem,
was ich tue, denn schließlich bin ich überzeugt davon.
Und Drittens hätte ich - natürlich – noch gern einige andere Wünsche frei!
Vielen Dank für das Interview
[...diesen und
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