Werner Streletz, Foto:www.wernerstreletz.de (hf1008)Literaturpreis Ruhr für Werner Streletz
Der Regionalverband würdigt den Hörspielautor, Lyriker und Kulturjournalisten aus Bochum.
Von Jens Dirksen in der NRZ vom 13.11.2008:

"Mensch, Werner", rief ihm die liebe Kollegin kurz vor der Pressekonferenz in der Essener Buchhandlung "Proust" zu, "was machst du denn hier, du bist doch für Bochum zuständig?!" - "Na, ich bin der Preisträger!", strahlte ihr die Antwort entgegen. Werner Streletz ist schließlich nicht nur Journalist, sondern auch Schriftsteller. Und noch mehr Ruhrgebiet als andere: Der diesjährige Träger des mit 10 000 Euro dotierten Literaturpreises Ruhr kam 1949 in Bottrop zur Welt, lebt seit Jahrzehnten in Bochum und arbeitet dort des tags und weit darüber hinaus als Kulturpapst der örtlichen "Westdeutschen Allgemeinen".

Und dann schreibt er auch noch übers Ruhrgebiet, Erzählungen über knorrige Typen, Grenzgänger, Außenseiter. Den "ewigen Säufer" etwa oder den "Eisenmann". Und Hörspiele über den "Misanthropen aus Herne Zwei" oder den "Einsamkeitskrämer". Und Gedichte in "Ruhestörender Stille". Den Ausschlag für den 23. Literaturpreisträger Ruhr aber dürfte sein erster, gerade veröffentlichter Roman "Kiosk kaputt" (Verlag Henselowsky Boschmann) gegeben haben - ein Roman aus den Brachen und Ruinen des Reviers, über schräg ins Leben gebaute Schrate zwischen Industriekultur und Abrissbirne und ihren Zusammenprall mit der aalglatt glänzenden Welt der Wirtschaftsförderer und Unternehmensberater von heute.

"Den Schwung des Preises nutzen"

Streletz will "den Schwung des Preises nutzen" und mit seinem Verlag im Frühjahr zwei Bücher erscheinen lassen, die den Roman zur "Kiosk"-Trilogie runden sollen: Zum einen die Novelle "Vermessen", zum anderen der Roman "Pokalkampf", die beide in gekürzter Form bereits als Erzählung erschienen sind und nun im "Director's Cut" (Streletz) herauskommen sollen.

Die beiden mit 2555 Euro dotierten Förderpreise zum Literaturpreis Ruhr waren zum Thema Familien-Satiren ausgeschrieben - dem haben sich 117 Autoren und Autorinnen aus der ganzen Republik gewidmet. Am besten satirisiert haben nach Meinung der sechsköpfigen Jury der Essener Sascha Reh (34) und Mario Jewanski (43) aus Herne. Der ausgebildete Familientherapeut Reh ließ eine halbamtliche Task-Force in einer kaputten Familie nach betriebswirtschaftlichen Optimierungsmöglichkeiten suchen, während der praktizierende Trauerredner Mario Jewanski hochironisch einem Trauerredner über die Schulter und in die Seele schaut. (JD/NRZ)

[...diesen und weiter Berichte finden Sie unter www.nrz.de]

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