Andrea Maria Schenkel, Foto: edition-nautilus.de (hf0307)Tannöd von Andrea Maria Schenkel, 2007, Edition NautilusAndrea Maria Schenkel: Tannöd-Lesung im ersten Dirndl
Für ihren ersten Roman „Tannöd” wurde Andrea Maria Schenkel mit Preisen überhäuft. Die Verfilmung des Stoffes wurde unter anderem auf einem abgelegenen Bauernhof im Wittgensteiner Land gedreht. Dort, auf Hof Rüsselsbach, liest die Autorin am Mittwoch.
Ein Interview von Barbara Allebrodt in Westfälische Rundschau, 20.05.2009:

Der Roman Tannöd von Andrea Maria Schenkel soll auf dem bei Bad Berleburg gelegenen Einzelgehöft Rüsselsbach verfilmt werden.

Im Interview mit der WR erzählt Andrea Maria Schenkel, was sie vom Film erwartet und warum sie sich für die Lesung das erste Dirndl ihres Lebens gekauft hat.

Frau Schenkel, heute lesen Sie an einem der Schauplätze der Tannöd-Verfilmung. Inwieweit waren Sie an der Produktion beteiligt?

Andrea Maria Schenkel: Ich habe eine frühe Fassung des Drehbuchs gelesen, seither habe ich mich aus den Planungen völlig herausgehalten. Bei Texten ist es wichtig, dass man sie loslässt. Insofern bin ich nun sehr neugierig auf den Film, auf die Bilder. Für mich ist es genauso spannend wie für andere Zuschauer, wie das Buch umgesetzt wurde. Allerdings bekommt der Filmstart durch den Tod von Monika Bleibtreu, die ja das Hörbuch gesprochen hat und auch im Film mitspielt, eine sehr traurige Komponente.

Ihr erster Roman war gleich ein Riesenerfolg. Wie hat sich ihr Leben verändert?

Andrea Maria Schenkel: Wenn ich zu Hause bin, versuche ich weiterhin ein ganz normales Leben zu führen. Dabei helfen mir meine drei Kinder. Kinder bringen einen immer wieder auf den Boden zurück. Ansonsten hat sich mein Leben stark verändert. Ich bin längst Vollzeit berufstätig, teile mir den Haushalt mit meinem Mann.

Seit „Tannöd” haben Sie zwei weitere erfolgreiche Bücher geschrieben, was bekommt das Publikum heute zu hören?

Andrea Maria Schenkel: Auf Hof Rüsselsbach werde ich nur aus Tannöd lesen. Ob Sie es glauben oder nicht, ich habe mir eigens für die Veranstaltung das erste Dirndl meines Lebens gekauft. Ich mochte eigentlich nie Dirndl, sie waren mir immer zu folkloristisch, zu aufgeputzt. Nun habe ich eines gefunden, das mir wirklich gut gefällt. Das passt zum Buch, der Stoff ist ja auch sehr stark in Bayern verortet.

Sitzen Sie bereits an einem neuen Projekt?

Andrea Maria Schenkel: Die Idee, die ich umsetzen möchte, sollte eigentlich schon Grundlage für mein letztes Buch werden. Dann habe ich jedoch gemerkt, dass ich den Stoff neben meinen Lesereisen nicht bewältigen kann. Der Stoff umspannt 60 Jahre, das heißt auch die Zeit des Dritten Reiches, eine Zeit, mit der man sich sehr intensiv und sensibilisiert beschäftigen muss. Der Stoff beruht zum Teil wieder auf einer wahren Begebenheit und das Buch wird wieder sehr stark durch die bayerische Sprache verortet sein. Mehr möchte ich dazu aber noch nicht verraten.

[...diesen und weitere Berichte finden Sie in www.westfaelische-rundschau.de]

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